Märkte am Morgen: Getreide

US-Wetter treibt Weizen an

Weizen: Die strammen Vorgaben aus Übersee lassen die Matif-Weizenkurse bis zu 2 €/t ansteigen. Der Dezember schließt knapp unter 188 €/t und legt mit Hilfe Chicagos seit Tagen eine ordentliche Rallye hin. Der festere Eurokurs wurde ausgeblendet. In einigen Teilen Europas ist es weiterhin zu trocken und der Weizen steht nicht mehr überall optimal.
 
In Chicago sorgten neue Shortabdeckungen der Fonds für Kursgewinne bis zu 13 Cents/Bushel. Die Argumente bleiben die gleichen: die Ertragsaussichten für die südlichen US-Plains sind gedrückt und die Nässe führt dort zu verstärktem Krankheitsdruck und möglichen Qualitätsproblemen. Die Bonitierung der US-Winterweizenbestände wurde gegenüber der Vorwoche in die Kategorien gut bis exzellent noch einmal um 1 Prozent gesenkt. In den Frühdruschgebieten im Süden kommt die Weizenernte aufgrund der Nässe nur schleppend voran. Zum Wochenanfang waren erst 4 Prozent des US-Weizens geerntet, im langjährigen Durchschnitt lag der Wert zu diesem Zeitpunkt bei 12 Prozent.
 
Russland erwartet trotz des trockenen Wetters in der Wolga-Region und in den südlichen Teilen des Landes eine große Weizenernte. Die Analysten von SovEcon haben ihre vorangegangen Schätzung für die russische Weizenernte um 3 Mio. t auf 57 Mio. t angehoben. In der Vorwoche hat Russland 100.000 t Weizen für den Iran verladen. Agenturberichten zufolge will Russland im neuen Geschäftsjahr 1,5 Mio. t Getreide an den Iran liefern.
 
Mais: Die festen Weizenpreise und ungünstigen Bedingungen für die restliche US-Maisaussaat gaben dem Mais in Chicago etwas Auftrieb. Die Kurse schlossen bis zu 5,4 Cents/Bushel fester. Die Talfahrt der Maispreise scheint nach den stetigen Kursgewinnen der Vorwoche gestoppt zu sein. Für die aktuelle US-Maisaussaat veröffentlichte das USDA keine Statistik mehr. Anfang der Vorwoche waren noch 3 Mio. acres der geplanten Flächen nicht bestellt. Aufgrund der nassen Witterung dürfte die Aussaat kaum in vollem Umfang abgeschlossen werden. Die aufgelaufen Maisbestände sehen zu 74 Prozent gut bis sehr gut aus.
 
Der neue Frontmonat August führte sich mit Kursgewinnen von 2,75 €/t gut ein. Der  Kurse zogen auf knapp 168 €/t an. Das regional zu trockene Wetter dürfte den Notierungen zugute gekommen sein. Sie profitierten aber auch vom festen Weizenmarkt. (St)
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