Märkte am Morgen: Ölsaaten

USDA-Report lässt Soja fallen

Sojakomplex: Der neue USDA-Report brachte kräftigen Druck auf die Sojanotierungen. Der März gab bei der Bohne 36,2 Cent/bushel und bei Sojaschrot knapp 8 US-$/short-ton nach. Die Kombination aus verschiedenen Faktoren und enttäuschten Spekulationen sorgte für den Bruch. Dabei wirkt der USDA-Report nicht so extrem bärisch, wie es die Notizverluste glauben machen könnten. Heute Morgen deuten die Chicagoer Sojanotierungen bereits wieder eine stabilere Sitzung an.
 
Das USDA weist die US-Sojabohnenernte mit 108 Mio. t zwar etwas höher als erwartet aus, doch im Vorfeld war bereits über eine höhere Schätzung spekuliert worden. Wichtiger für die schwache Stimmung dürften die unverändert ausgewiesen Endbestände gewesen sein, denn der Markt war von größeren US-Sojabohnenexporten und gleichzeitig niedrigeren Endbeständen ausgegangen. Last not least drückten vor allem die hören US-Quartalsbestände zum 1. Dezember auf die Stimmung in Chicago. Die Quartalsbestände fielen mit 68,7 Mio. t rund 1,8 Mio. t höher als erwartet aus und sind die höchsten Dezember-Bestände aller Zeiten.
 
Die größeren US-Sojabohnenvorräte treffen mit der Aussicht auf neue Rekordernten in Südamerika zusammen. Die vom USDA um 1,5 Mio. t auf 95,5 Mio. t nach oben korrigierte Prognose der brasilianischen Sojabohnenernte kam allerdings kaum überraschend. Schließlich hatte die Conab, der brasilianische Pendant des USDA, am Vortag bereits ähnliche Zahlen veröffentlicht.  
 
Raps: An der Matif musste Raps bereits im Vorfeld der Schätzung Federn lassen. Die schwachen Sojanotierungen verschärften den Druck. Der Februar gab 5,50 €/t nach und fiel auf 355,75 €/t. Der schwache Börsentag fand in einem äußerst lebhaften Handel statt. Es wurden mehr als 14.900 Kontrakte mit insgesamt 745.600 t Raps an der Matif gedreht. Der ungewöhnlich rege Handel lässt Vermutungen aufkommen, dass am Vortag neben den Hedgern auch die Finanzanleger kräftig mitgemischt haben könnten.
In Winnipeg schlagen sich die schwächeren Sojabohnennotierungen bei Canola in Kursverlusten von bis zu 5,60 €/t nieder.
 
Rohöl: Der Talfahrt der Rohölpreise hält an. Brent Crudöl gab 2,68 US-$/Barrel nach, WTI schließt mit etwas geringeren Notizverlusten. Diesmal sorgte die Prognose von Goldman Sachs für neuerlichen Druck. Die US-Investmentbank geht davon aus, dass sich die Preise für Brent Crudöl in drei Monaten bei 42 US-$/Barrel und WTI-Öl bei 41 US-$/Barrel bewegen. Der Rohölpreis müsse viel für längere Zeit niedrig bleiben, bevor sich eine nachhaltige Einschränkung der Schieferölproduktion und der Ausbeutung von Ölsanden erwarten lassen, analysiert Goldman Sachs. (St)
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