Märkte am Morgen: Getreide

USDA-Schätzung hilft Weizenkursen

Weizen: Der November-Kontrakt hat sich am Vortag vom Börsenparkett in Paris verabschiedet. Die Kurse standen über die ganze Sitzung unter Druck. Zum Börsenschluss verliert der November 4,25 €/t und schließt mit 148,50 €/t. Neuer Frontmonat ist ab heute der Januar, der sich mit Kursgewinnen von 1,25 €/t einführte.
 
Durch die technischen Bereinigungen im Zuge des Frontmonat-Wechsels hat sich die Preisdifferenz zwischen November und Januar am Terminmarkt auf knapp 12 €/t ausgeweitet. Nun muss sich herausstellen, ob der Januar seinen Kurs von 170 €/t halten kann, oder ob nach dem Monatswechsel Korrekturen fällig werden. Fundamental dürfte der Weizen wenig Stärke zeigen, denn das USDA hat die EU-Weizenernte um 1,4 Mio. t auf 155,4 Mio. t angehoben.
 
In Chicago notierte Weizen nach späten Kursgewinnen ein leichtes Plus. Die USDA-Ernteschätzung half etwas, denn das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat die globale Weizenernte knapp unter 720 Mio. t angesetzt und die Schätzung des Vormonats um 1,2 Mio. t abwärts korrigiert. Auslöser war die kleinere Weizenernte in Australien, die das USDA mit 24 Mio. t und damit 1 Mio. t weniger als im Vormonat taxiert. Pessimistische Schätzungen gehen dagegen von einer australischen Weizenernte von 22 Mio. t aus. An der ausgezeichneten globalen Versorgungslage ändert die Korrektur wenig.
 
Syrien hat einen Importbedarf von 1 Mio. t Weizen bis Mitte nächsten Jahres angedeutet. Im Norden des Landes kontrollieren die IS-Brigaden große Weizenanbaugebiete. Auch die schwachen Weizenerträge machen laut Agenturberichten einen höheren Importbedarf erforderlich.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen konnten sich mit einem leichten Plus gut behaupten. Etwas überraschend für viele Marktbeobachter hat das USDA die durchschnittlichen Maiserträge der diesjährigen US-Maisernte auf 173,4 bushel/acre nach unten korrigiert. Mit 366 Mio. t fällt die US-Maisernte dadurch 1,7 Mio. t kleiner aus, als im Vormonat geschätzt wurde. Trotz der Korrektur bleibt es bei einer US-Rekordmaisernte. Die US-Maisbestände werden zum Jahresende mit 51 Mio. t voraussichtlich 62 Prozent größer als im Vorjahr ausfallen. Erste kritische Stimmen halten die US-Schätzung zu konservativ.
 
Die US-Maisernte war zum Wochenanfang zu 80 Prozent in trockenen Tüchern und hat die Verzögerungen aufgeholt. Der Wert liegt exakt im fünfjährigen Jahresdurchschnitt.
 
Am europäischen Terminmarkt war die Stimmung für Mais freundlich. Der Januar kann 1,50 €/t zulegen und schließt bei 148,50 €/t. Das USDA hat die europäische Maisernte um 2 Mio. t auf 73 Mio. t nach oben korrigiert. Die erheblichen Qualitätsprobleme der europäischen Maisernten relativieren die große Ernte. (St)
stats