Märkte am Morgen: Getreide

Ukraine-Krise treibt Weizenpreise

Weizen: Die Weizennotierungen in Chicago zogen am Freitag wieder an. Die Situation in der Ostukraine eskaliert und die jüngsten bürgerkriegsähnlichen Ereignisse verschärfen die Befürchtungen, dass zu einem Bruch bei den Getreideexporten aus der Ukraine kommen könnte.  
 
In den USA droht den gestressten Weizenbeständen im südlichen den südlichen Plains neues Ungemach. Die Böden sind ausgetrocknet und die Temperaturen sollen den kommenden Tagen bis 38 °C ansteigen. Da die Winterweizenbestände im nördlichen Weizengürtel unproblematisch sind, erwartet das US-Analystenhaus Informa aber noch eine US-Winterweizenernte von 40,7 Mio. t und nur ein überschaubares Minus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Fonds bauen longs aus
 

Die Chicagoer Börse reagiert heute Morgen mit weiteren Kursgewinnen im elektronischen Handel. Die Kurse legten bis zu 6,50 €/t für die neue Ernte zu. Die Fonds haben in der Vorwoche ihre netto-long-Positionen beim Weizen ausgebaut.
 
An der Matif notierte Weizen zum Wochenschluss für Mai unverändert und für die neue Ernte mit einem leichten Plus. Die positiven Vorgaben kamen aus Chicago, doch die europäischen Märkte folgten nur zögerlich. Die Aussichten für die europäische Weizenernte haben sich nach den teils ergiebigen Regenfällen doch deutlich verbessert.
 
Ägypten hat einen Tender über 110.000 t Weizen in Russland und der Ukraine gefüllt. Die beiden Länder teilen sich das Geschäft. Der Durchschnittspreis soll bei 302,50 US-$/t cif gelegen haben. Die deutschen Exporthoffnungen richten sich auf den neuen Saudi-Arabien-Tender. Der Markt geht davon aus, dass die Saudis 550.000 t höherwertigen Weizen kaufen werden.
 
Mais: Für Mais hat sich mit wärmeren Temperaturen und günstigeren Wetteraussichten im Mittleren Westen der USA das Fenster für die Aussaat geöffnet. Übers Wochenende könnte die Maisaussaat schon einen größeren Schub bekommen haben, so die Erwartungen. Gewinnmitnahmen und technische Kursverluste ließen die Chicagoer Maisnotierungen schwächer schließen. Auch physische Andienungen aus dem auslaufenden Maikontrakt drückten auf die Notierungen. Die Fonds haben in der Vorwoche ihre netto long-Positionen um fast 28.000 Kontrakte ausgebaut.
 
An der Matif notierte Mais etwas schwächer. Der Juni gab 0,75 €/t, die neue Ernte bis zu 2,0 €/t nach.
 
Informa sieht die argentinische Maisernte mit 23,2 Mio. t 800.000 t kleiner, als das USDA zuletzt geschätzt hatte. Für die brasilianische Maisernte setzt das Analystenhaus seine Prognose mit 70,5 Mio. t ebenfalls niedriger als das USDA ein, dass derzeit noch von  72 Mio. t ausgeht. (St) 
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