Getreidehandel

Ukraine verringert Bürokratie

Das Institut für Wirtschaftsforschung und Politikberatung (IER) in Kiew nennt drei seiner Ansicht nach besonders bedeutsame Änderungen in einem Gesetz, das Ende April in der Ukraine in Kraft getreten ist. Für Getreideexporte sind jetzt keine eigenen ukrainischen Qualitätszertifikate mehr erforderlich, die bisher zusätzlich zu den im internationalen Handel üblichen Standards verlangt worden sind. Ebenfalls entfallen die nationalen Qualitätszertifikate für Getreidesilos. Darüber hinaus muss bei Lieferungen von Pflanzenschutzmitteln in die Ukraine nicht mehr jede einzelne Partie mit Importgenehmigung versehen werden.

Lange Wartezeiten entfallen

Das IER beurteilt die Erleichterungen als wesentlich. Bisher mussten Exporteure nach Beobachtungen des Instituts bis zu drei Tage auf die Ausstellung der Zertifikate für die Getreidequalität warten. „Um die Wartezeiten zu verkürzen, hatten sich Korruptionsmechanismen entwickelt", erläutert IER-Projektleiter Dr. Volker Sasse die Brisanz. Wenn künftig auch die Lagerstätten nicht mehr mit einem zusätzlichen Verfahren national zertifiziert werden müssen, entfallen zudem diverse Lagerurkunden.

Schließlich  berichtet das IER, dass künftig nicht mehr jede einzelne Partie von Pflanzenschutzmitteln, die in die Ukraine importiert wurde, einem staatlichen Genehmigungsverfahren unterliegt. Jetzt reicht es, wenn einmal für das Mittel mit identischen Eigenschaften eine Importgenehmigung vorliegt.

Weniger Beamte erfoderlich

Nicht nur das IER wertet die Deregulierung als Fortschritt. Auch eine Stellungnahme der US-Amerikanischen Handelskammer in Kiew deutet in die gleiche Richtung: „Eine wesentliche Kürzung der Zahl von notwendigen Genehmigungen ist das effektivste Instrument zur Bekämpfung der Korruption, weil mit der Kürzung der von den Beamten ausgestellten Dokumenten auch die Wahrscheinlichkeit der Bestechung abnimmt", kommentieren die Amerikaner. (db)
stats