Günstige Alternative

Ukrainische Landwirte setzen auf Ölsaaten

Ukrainische Landwirte werden den Anteil von Ölfrüchten wie Sojabohnen und Sonnenblumen an der Anbaufläche erhöhen. Davon geht das Hamburger Analystenhaus „Oil World“ aktuell aus. Im Vorjahr hätten ukrainische Landwirte vor allem mit Mais, aber auch mit anderem Getreide, Verluste gemacht.

Nicht nur vor dem Hintergrund der schlechten Einkünfte aus dem Getreideanbau in der vorangegangenen Saison, sondern auch angesichts der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Spannungen in dem Land, dürften Erzeuger nach Einschätzung der Hamburger Analysten verstärkt auf den Anbau von Ölfrüchten setzen. Denn diese erforderten einen geringeren Einsatz von Betriebsmitteln wie Dünger oder Pflanzenschutz. Eine rückläufige Fläche mit Wintersaaten 2013 dürfte den Anbau von Ölfrüchten im Frühjahr zusätzlich begünstigen.

Sonnenblumen werden in der Ukraine nach einer ersten Einschätzung von Oil World auf einer Fläche von 5,1 bis 5,3 Mio. ha stehen, nach rund 5 Mio. ha im Vorjahr. Trifft diese Prognose ein, wäre das ein neuer Rekord. Zudem liegen die Analysten deutlich über der offiziellen Schätzung des ukrainischen Agrarministeriums, das die Fläche mit 4,3 Mio. ha veranschlagt. Die Produktion von Sonnenblumensaat in der Ukraine 2014/15 schätzt Oil World auf 10 bis 10,5 Mio. t, da geringere Erträge eine Wiederholung des Vorjahresrekords von 11 Mio. t unwahrscheinlich machten.

Die Sojafläche wird nach Prognose der Analysten einen neuen Rekord von 1,5 bis 1,6 Mio. ha erreichen. Auch die Produktion wird mit 3 bis 3,2 Mio. t nach aktueller Einschätzung neue Höchstmarken setzen.

Die Prognosen sind allerdings noch mit einigen Unsicherheitsfaktoren behaftet. So könne die aktuell schwierige, wirtschaftliche Situation im Land einige Landwirte dazu veranlassen, sowohl den Getreide- als auch den Ölsaatenanbau einzuschränken, schreibt Oil World. Den Einfluss steigender Betriebsmittelkosten halten die Analysten jedoch für möglicherweise begrenzt, da viel importiertes Saatgut, Pflanzenschutz- und -düngemittel dem Vernehmen nach schon vor der aktuellen Krise gekauft worden seien. Als weiterer Unsicherheitsfaktor gilt – wie in jedem Jahr – der Witterungsverlauf. (pio)
stats