Märkte am Morgen: Getreide

Unterschiedliche Vorzeichen bei Weizen

Weizen: Nach freundlichem Start rudern die Weizennotierungen der Matif wieder etwas zurück. Ein Vorzeichenwechsel in Chicago ließ die Tagesgewinne von bis zu 2 t €/t etwas abschmelzen. Der November schließt mit einem Plus von 0,50 €/t nach fünf schwächeren Sitzungen dennoch gut behauptet. Es mehren sich Anzeichen, dass sich die Notierungen langsam einer Bodenbildung nähern könnten. In Frankreich wird der Zustand der kommenden Weizenernte zu 72 Prozent als gut bis sehr gut bewertet, hat sich aber gegenüber dem vorangegangenen Wert um 2 Prozent verschlechtert.  
 
In Chicago drehten die Vorzeichen wie schon an den Vortagen bei der Eröffnung der Parkettbörse von grün auf rot. Die stetigen Notizverluste setzen sich damit fort. Auch in Chicago machen Börsenbeobachter und Chartanalysten erste Tendenzen für eine leichte Stabilisierung aus.
 
Fundamental lassen sich weiterhin kaum Argumente für festere Preise eruieren. Die globalen Weizenernten sehen fast überall gut aus. Kleinere Bedenken gibt es allenfalls für die  Weizenernte im russischen Wolgabecken. Dort soll es weiterhin zu trocken sein.
 
Das australische Getreideamt Abares sieht die globale Weizenernte mit 696 Mio. t allerdings nicht ganz so optimistisch wie das USDA und bleibt 6,5 Mio. t hinter der US-Schätzung zurück. Die Farmer in Australien sind derzeit nicht bereit, größere Weizenverkäufe die kommende Ernte zu tätigen. Die Ertragserwartungen für die australische Ernte sind aufgrund des sich abzeichnenden El-Niño-Effektes zu unsicher.
 
Der Iran hat 55.000 t Weizen Russland gekauft. Die Weizenkäufe des Irans erfolgten querbeet in der EU, am Schwarzen Meer oder in Australien. Zuletzt hatte der Iran 500.000 t Weizen für die neue Ernte im Baltikum gekauft. Auch für die deutschen Exporteure ist der Iran eine klassische Exportdestination.
 
Mais: Die Notierungen in Chicago gaben nach zwei freundlicheren Tagen wieder nach. Die heranwachsende US-Maisernte bietet ein hervorragendes Bild. 76 Prozente der Bestände wurden zum Wochenanfang mit gut bis exzellent ausgewiesen. Gegenüber der Vorwoche hat sich der Zustand sogar noch leicht verbessert und die Bonitierung ist die beste seit 20 Jahren. Wetterprobleme sind derzeit keine in Sicht. Das US-Analystenhaus Informa setzt das Ertragspotenzial für die kommende US-Maisernte mit 163,5 bushel/acre zwar 2,2 bushel/acre niedriger als das USDA an, erwartet aber ebenfalls eine ausgezeichnete US-Maisernte.
An der Matif schließt Mais bei dünnem Handelsvolumen neutral.  (St)
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