In seiner akteullen Schätzung beziffert der Verband der nordwesteuropäischen Kartoffelerzeuger die geerntete Menge an Kartoffeln für Speisezwecke auf 28 Mio. t. Diese Menge übertrifft den Fünf-Jahresdurchschnitt um 17 Prozent. Dieser Mengenzuwachs wurde ausgelöst sowohl von einer etwas größeren Anbaufläche als im vorigen Jahr als auch von extrem günstigen Wachstumsbedingungen für die Kartoffeln, die zu enormen Erträgen führten.

In Belgien wurden fast 30 Prozent mehr Kartoffeln geernet als im Jahr 2013, in Frankreich waren es 22 Prozent mehr und in Deutschland fast 21 Prozent mehr. Dagegen fällt das Plus der Niederlande um 11 Prozent sowe Großbritannien um 2 Prozent bescheiden aus.

Prompt fielen die Preise für frische Ware auf ein extrem niedriges Niveau. Dennoch will der Verband vor allem die positiven Seiten betonen, die sich im Laufe der Saison entwickeln können. Die verarbeitende Industrie nutzt die günstigen Einkaufskonditionen und packt sich die Lager voll mit vorgebackenene Produkten. So wird der Markt von weniger lagerfähigen Partien entlastet. Zudem können die Produkte aus dem günstigen Rohstoff auch gut im Export platziert werden. Ohnehin sind die Verarbeitungskapazitäten in den vergangenen Jahren stark erweitert worden. Zugleich wurde der Export belebt.

Für Marktentlastung haben auch die Stärkefabriken vor allem in Deutschland gesorgt, die im Sommer überschüssige Ware aufgekauft haben. Die Landwirte haben bei den niedrigen Marktpreisen auch nicht lange gefackelt und zweifelhafte Partien anderweitiger Verwertung zugeführt, also dem Futtertrog oder der Biogaserzeugung. Der Export für Speisefrischware kommt allmählich in Gang und weckt große Hoffnungen. (brs)
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