Die für Kartoffelerzeuger erfreuliche Vermarktungssaison der Ernte 2015 steuert auf einen krönenden Abschluss zu. Das zeigen sämtliche Notierungen in Europa. So sind die Kurse für besonders gesuchte Verarbeitungsware an der Rotterdamer Börse um rund 30 €/t innerhalb von zwei Wochen nach oben geschnellt. Für frittengeeignete Ware für den Benelux-Raum gelten jetzt zwischen 170 und 210 €/t. Die Sortierung 40/50 mm konnte nicht so stark zulegen und erzielt aktuell 100 bis 130 €/t nachdem dafür lange Zeit maximal 100 €/t zu bekommen waren.

Kühles Frühjahr verzögert Wachstum bei Frühware

Hintergrund ist eine über die gesamte Saison sehr hohe Nachfrage der Verarbeitungsindustrie. Allein in den Niederlanden weist die Statistik aus, dass die verarbeitete Menge um mehr als 100.000 t größer ist als im Jahr zuvor. Die Nachfrage ist so gut, dass die Fabriken eigentlich keine Sommerpause einlegen wollen. Darum sehen sie jetzt zu, dass sie weiterhin mit Rohstoff versorgt werden. Dafür vorgesehen ist ja eigentlich die vertraglich vereinbarte Frühware. Deren Wachstum verzögert sich aber durch das anhaltend kühle Frühjahr.

Darum gibt es auch an der Terminbörse einen Schluss-Spurt für den Juni-2016-Future auf Verarbeitungsware, der am 2. Juni abgerechnet wird. Nachdem erst zum Wochenwechsel die 20-Euro-Marke geknackt wurde, steht die Notierung am Dienstag bei 21,50 €/100 kg. Mehr als 1.200 Kontrakte sind noch offen und im Kurs ist noch Musik drin.

Im Rheinland wurde für Verarbeitungsware zum Ende der vorigen Woche noch unter 20 €/100 kg notiert. Damit dürfte nun bald Schluss sein. Speiseware war im Rheinland bereits bei 22 €/100 kg aus dem Kühllager notiert. Für Ware aus Kistenlagerung ließen sich Aufpreise erzielen.

Die maßgeblichen Notierungen für Verarbeitungskartoffeln in Belgien und Frankreich verhalten sich auch im Schluss-Spurt träger und verharrten noch unter 15 €/100 kg. (brs)
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