Märkte am Mittag

Verkäufer wittern Morgenluft


Weiter erholt zeigen sich am späten Mittwochmittag die Weizen- und Maisfutures an der Chicago Board of Trade, während die Sojabohne schwächelt. Deutlich freundlicher zeigt sich der Mahlweizen-Future an der Pariser Matif. Im Laufe des Vormittags hat der Kurs die Marke von 240 €/t gestreift für den Frontmonat Mai. Gegen 13:20 Uhr liegt der Fronttermin mit 2,50 €/t im Plus bei 239,25 €/t. Der folgende Novemberfuture wird 2,75 €/t fester bewertet als am Vortag und notiert bei 239,25 €/t. Um 0,75 €/t schwächer als am Dienstag wird der Rapssaatfuture in Paris zum Frontmonat Mai bewertet und notiert bei 477,50 €/t.

Gesprächspartner aus dem nordwestdeutschen Landhandel sind aktuell wieder optimistischer gestimmt für die weitere Entwicklung des alterntigen Weizenmarktes. „Gestern war ich nervös, als Chicago nach dem Osterwochenende noch einmal schwächer gestartet ist. Da dort heute das Getreide im Plus liegt, geht es mir wieder besser“, beschrieb ein Händler seine Stimmung. Der Markt scheint den Kater nach dem bärischen Aussaat- und Lagerbestandsbericht des US-Agrarministeriums USDA von Gründonnerstag verdaut zu haben, so die Hoffnung. Möglicherweise habe der US-Markt die negative Entwicklung übertrieben, heißt es aus dem Handel. Einkäufer aus der Verarbeitungsindustrie hingegen halten die heftige Abwärtskorrektur bei den Agrarfutures in Chicago für gerechtfertigt. Nach ihrer Lesart war der Markt zuvor zu fest bewertet.

Mit Blick auf die als eng betrachtete Versorgungslage am Getreidemarkt sehen Abgeber aus Handel und Großhandel aktuell keinen Handlungsbedarf für die alte Ernte. B-Weizen für April/Mai wird im Raum Niedersachsen mit 250 €/t (Geld) zu 255 €/t (Brief) bewertet. Abgeber begründen ihre deutlich höheren Preisvorstellungen als die Verarbeiter mit der Kälte in Europa. Es sei weiterhin zu frostig in Deutschland, die Getreidebestände auf den Feldern dadurch etwa vier Wochen in der Vegetation zurückgeworfen. An eine Spitzenernte in Deutschland will man nicht glauben. Vereinzelt wird über einen verspäteten Erntebeginn spekuliert.

Marktteilnehmer aus Verarbeitungskreisen räumen ein, dass das Geschäft mit neuerntigem Weizen flüssiger laufe als das mit der alten Ernte. Aber immerhin gäbe es im Nordosten Offerten für die alte Ernte, während sich Verkäufer im Süden vollkommen zurückhielten, berichtet ein Einkäufer. Generell werde es Richtung der Termine Juni/Juli besonders schwierig, Abgabebereitschaft zu generieren. Für diese Termine besteht bei den Mühlen noch Handlungsbedarf.

Neuerntig berichten Käufer im Nordosten von einem Preisniveau für B-Weizen von 1 €/t über Matif für Ware im nordostdeutschen Binnenland Basis September. Franko Hamburg müsse für den Termin eine Prämie um 4 bis 5 €/t über Matif angelegt werden.

Als Preis bestimmenden Faktor nennen alle Marktseiten das Wetter: Man sei „mitten im Wettermarkt“. (pio)
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