Märkte am Morgen: Getreide

Verladung in Texas eingeschränkt

Weizen: Shorteindeckungen von Fonds sorgten gestern in Chicago für steigende Weizennotierungen. Der Dezember-Future ging mit einem Plus von 4,2 Cent bei 4,43 US/$ aus dem Handelstag, hat bis heute Morgen allerdings schon wieder 1,2 Cent verloren. Nach dem Acht-Monats-Tief am Montag vergangener Woche mit einem Schlusskurs knapp unter 4 €/bushel erholt sich der Weizenmarkt weiter. Die freundliche Stimmung in Chicago gab auch der Matif Auftrieb. Der Dezember legte um 2 € auf 162,50 €/t zu und hat damit innerhalb einer Woche 5 € gutgemacht.

In den USA leidet das Exportgeschäft weiter unter den Folgen des Hurrikans Harvey. Zwar wurden die meisten Häfen an der texanischen Küste wiedereröffnet, allerdings gelten noch Beschränkungen für den Tiefgang der Schiffe. Auch der Bahnverkehr ist behindert, vor allem weil große Rangierbahnhöfe noch unter Wasser stehen. Die US-Weizenexporte sind in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche um fast zwei Drittel auf nur noch 253.000 t eingebrochen. Das ist laut USDA der niedrigste Wert seit November 2016. Die Sommerweizenernte in den US macht große Fortschritte und kommt schneller Voran als erwartet. Auch die Erträge überraschen positiv.

Deutscher Weizen tut sich auf dem Weltmarkt weiter schwer. Zusätzlicher Druck wird durch baltischen Weizen ausgeübt. In Hamburg wird B-Weizen mit 12,5 Prozent Protein zur Lieferung im September mit einer Prämie von 5 € über Matif Dezember angeboten. Im litauischen Klaipeda liegen die Offerten für die gleiche Qualität bei 3 €/t unter Matif Dezember, berichtet Reuters.

Mais: Auch Mais konnte gestern weiter aus seinem Zwei-Jahres-Tief vom 30. August herausarbeiten. Der Dezember schloss in Chicago mit einem Plus von 3,2 Cent bei 3,58 US-$/bushel. Heute Morgen sind die Vorzeichen mit einem Minus von 1,25 Cent wieder rot. Die Maisbestände in den USA werden geringfügig schlechter beurteilt. Die letzte Woche des Vermarktungsjahres 2016/17 beendeten die USA mit Exporten von 798.000 t. Insgesamt wurden von September 2016 bis August 2017 Maisexporte von 56,9 Mio. t abgewickelt, das sind 300.000 t weniger als zuletzt vom USDA geschätzt worden war. Brasilien exportierte im August 5,3 Mio. t Mais, das war mehr als doppelt so viel wie im Juli (2,3 Mio. t).

Euro/US-Dollar: Der Euro notierte gestern nahezu unverändert. Die Europäische Zentralbank legte am Dienstag den Referenzkurs bei 1,1890 US-$ fest. Heute Morgen wir der Euro mit 1,1912 US-$ gehandelt. (SB)
stats