Märkte am Mittag

Warnung vor Mais aus Ungarn


Die deutsche und österreichische Futtermittelindustrie haben nach anfänglichem Zögern wieder auf osteuropäische Partien von Mais zurückgegriffen. Nun dürfte eine Warnmeldung von mit Aflatoxin belasteten Partien aus Ungarn der Ernte 2013 das Vertrauen erneut zerstören.

Kurz nach der Ernte kamen Bedenken auf, dass überlagerter alterntiger Mais von 2012 in den Handel geraten könnte. Daraufhin haben vor allem norddeutsche Verarbeiter lange gezögert, Ware aus der Ukraine und Serbien abzunehmen. Denn in einigen Bundesländern gilt eine Allgemeinverfügung, dass jede Partie von Mais aus Osteuropa geprüft werden muss. Belasteter Mais aus Serbien hatte in diesem Jahr die Branche verunsichert.

Nun aber überzeugten Lieferungen von Mais aus Rumänien und Kroatien mit guten Qualitäten. Vor allem Rumänien ist mittlerweile als bedeutender Maislieferant in der EU aufgestiegen. Umso mehr zeigte sich die Branche überrascht, nachdem das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel über den Fund von Aflatoxin in Mais aus Ungarn in dieser Woche berichtet.

Insgesamt hat sich der Maispreis zusammen mit dem Weizenpreis ständig nach oben entwickelt. Im Durchschnitt werden in Österreich für den Mais ab-Stationspreise in Höhe von 155 bis 162 €/t aufgerufen. Hier ist der Druck, den Ware aus Osteuropa ausübt, regional spürbar. Anders dagegen kann sich Mais beispielsweise in Bayern frei entfalten und liegt ab Station bei rund 180 €/t.

Italien rückt für Qualitätsweizen sowohl aus Deutschland als auch aus Österreich immer mehr in den Mittelpunkt. Hier melden Händler ein stabiles Preisniveau. Auch die Ankünfte aus den USA an den italienischen Häfen stellen keine große Konkurrenz derzeit dar. Die Mühlen wollen ganz genau ihre Wünsche erfüllt haben. Dazu werden ständig Muster an die Kunden verschickt.

An der Warenterminbörse in Paris nimmt Weizen für den Januarkontrakt die Marke von 210 €/t ins Visier. Heute morgen kann Weizen um 0,75 auf 207,25 €/t entgegen allen Schätzungen in dieser Woche zulegen.

Raps dagegen ist völlig orientierungslos. Nach leichten Aufwinden rutschen die Kurse am Vormittag an der Matif für den Februartermin um 2,75 auf 366,25 €/t ab. (da)
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