Märkte am Mittag

Warten auf Impulse

Wenig Neugeschäft und keine Impulse für die Zukunft, bestimmen den Getreidemarkt in Niedersachsen. Angesichts sehr gut entwickelter Bestände sollten sich die Landwirte nach Meinung des Erfassungshandels stärker mit der Vermarktung der neuen Ernte beschäftigen. Doch die aktuellen Preise reizen die Erzeuger nicht.

Von der Matif kamen heute keine Impulse, der Mai-Weizen pendelt um die 190-€-Marke. Raps kann für den Mai-Termin leichte Gewinne auf 366,50 Euro verbuchen. Die späteren Termine geben durchweg nach. Mais kann sich dagegen vorne behaupten, notiert aber für die späteren Termine schwächer. Heute Abend wird das US-Landwirtschaftsministerium seine April-Schätzung vorlegen. Zwar wird mit keinen großen Korrekturen gerechnet, andererseits sind die Zahlen aus Washington ein gutes Argument an einem ohnehin ruhigen Tag abzuwarten.

Nach wie vor unklar ist, wie lange Russland Getreideausfuhren mit Zöllen belegen will. Das russische Landwirtschaftsministerium hält die Abschaffung des seit Anfang Februar erhobenen Ausfuhrzolls auf Weizen vorerst für nicht erforderlich. Allerdings werde die Notwendigkeit der Abgabe vom Ministerium wöchentlich aufs Neue geprüft, erklärte Ressortchef Nikolai Fjodorow. In der vergangenen Woche hatte der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedew die zuständigen Ministerien damit beauftragt, gemeinsam mit Branchenverbänden zu prüfen, ob eine Verlängerung des Ausfuhrzolls über den vorgesehenen Ablauftermin am 30. Juni 2015 hinaus zweckmäßig wäre. Dessen Aussetzung fordern die Nationale Assoziation der Agrarexporteure (NAESP) und die Russische Getreideunion. Sie schätzten die aktuellen Marktüberschüsse an Weizen auf rund 5 Mio. t, berichtet das Agrarische Informationszentrum (AIZ) in Wien. (SB)
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