Märkte am Mittag

Warten auf den Aufschwung

Häufig gellingt es den Marktbeteiligten nicht, die Differenzen zwischen Geld und Briefkurs zu überwinden. Die Abgeber handeln zögerlich. Sie setzen auf steigende Kurse.

Andererseits zeigt das Ergebnis einer Umfrag des Bayerischen Müllerbundes in München, dass bei 44 Prozent der Befragten Mühlen in diesem Jahr in etwa genauso viel Weizen angeliefert wurde wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Rund 37 Prozent der Mühlen haben bisher weniger Weizen aus der neuen Ernte erhalten und bei 19 Prozent der Müller wurde sogar mehr Weizen angeliefert als im vergangenen Jahr. 

Die südlichen Bundesländer und hier vor allem auch Bayern haben qualitativ aber eine sehr passable Ernte eingefahren. Auch wenn die geerntete Menge bundesweit zwar niedriger als im vergangenen Jahr ausfiel - was aufgrund der Rekordernte im letzten Jahr auch nicht verwunderlich ist - liegt sie dennoch über dem langjährigen Durchschnitt. 

Deshalb sehen die Verarbeiter auch keinen Anlass zur Hektik, zumal etliche Betriebe aus der Ernte heraus zunächst einmal versorgt sind. Ihr Kaufinteresse richtet sich allmählich auf den Jahreswechsel. Das gilt auch für Aufmischqualitäten, die aktuell nur wenig besprochen sind. Hohe Aufgelder für gute Weizenqualitäten lassen sich in diesen Tagen ohnehin kaum erzielen. Die vergleichsweise geringen Exportmöglichkeiten aus der EU dürften wohl eine kurzfristige Trendwende verhindern. Auch wirken sich im Platz indirket die niedrigen Kurse des französischen Kassamarktes aus. (HH)  
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