Märkte am Morgen: Getreide

Warten auf die USDA-Zahlen

Weizen: Trotz der schwächeren Chicagoer Schlussnotierungen konnte sich der Matif-Weizen im vorderen Bereich gut behaupten. Der Dezember legte 0,75 €/t auf 179 €/t zu. Zwischenzeitlich schaffte der Frontmonat sogar den Sprung auf die 180er-Marke.
 
Die Weizenexporte aus der EU laufen inzwischen etwas besser. In dieser Woche wurden neue Ausfuhrlizenzen für 602.000 t gezogen. In der Summe liegen sie in diesem Wirtschaftsjahr mit knapp 5,8 Mio. t allerdings noch immer mehr als 1 Mio. t unter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Am Hamburger Markt drücken die schwachen Exportaussichten für deutschen Weizen weiter auf die Kurse. Die Geldkurse für Oktober-Lieferung liegen 2,00 €/t unter Matif-Dezember.
 
In Chicago setzen vor dem neuen USDA-Report Gewinnmitnahmen ein. Der Dezember verlor 5,2 Cent/bushel und schloss mit 5,11 US-$/bushel. Auch die Aussicht auf Regenfälle im zuletzt trockenen US-Weizengürtel drückte leicht auf die Kurse. Die wöchentlichen US-Exportzahlen fielen mit 288.000 t Weizen zudem schwach aus.
 
Saudi-Arabien hat einen neuen Weizentender über 715.000 t Weizen eröffnet. Europäische Exporteure hoffen, dass sie zumindest einen Teil davon abbekommen. Ägypten ist ebenfalls mit einem neuen Weizentender unterwegs.
 
Argentinien rechnet nach den offiziellen Einschätzungen des Agrarministeriums für die kommende Ernte mit einer um 1,3 Mio. ha auf 4 Mio. ha reduzierten Weizenfläche. Als Ursache sieht die Regierung unbefriedigende Erlöse der Farmer. Das USDA-Büro in Buenos Aires geht davon aus, dass die kombinierten Weizen- und Maisflächen in Argentinien um 1,5 Mio. t zurückgehen werden.
 
Mais: Der zügige Fortschritte bei der US-Maisernte, gutes Erntewetter und Verkäufe der Farmer drückten auf die Chicagoer Kurse. Die vorderen Termine gaben 4,4 Cent/bushel nach. Der Dezember schloss mit 3,91 US-$/bushel. Heute richtet sich der Fokus des Marktes auf den USDA-Report. Nach Einschätzung der Analysten wird er eine kleinere US-Maisernte als im Vorjahr ausweisen.
 
Mais/Gerste: In Paris konnten sich die Maisnotierungen behaupten. Der November notierte mit 165,50 €/t unwesentlich verändert. Die Maisimporte in die EU scheinen langsam Fahrt aufzunehmen. In dieser Woche wurden 185.000 t neue Importlizenzen für Mais zugeschlagen. 

Der europäische Gerstenmarkt wird noch immer durch Export-Aktivitäten gestützt. Die Kommission hat neue Exportlizenzen für 230.000 t Gerste erteilt. In der Summe hat sich die Lizenznahmen für die Gerstenausfuhr auf knapp 3,7 Mio. t gegenüber 2,3 Mio. t im Vorjahr addiert. (St) 
stats