Märkte am Mittag

Wasde sorgt für wenig Aufregung

Die Weizennotierungen in Paris treten heute Mittag auf der Stelle. Der Frontmonat März wird mit 193,75 €/t bewertet, das ist ein Minus von 0,25 €/t gegenüber dem Vortag. Der folgende Mai-Termin gibt ebenfalls 0,25 €/t nach und wird mit 191 €/t bewertet, der November verliert 0,50 €/t auf 184,25 €/t. Raps an der Matif zum Frontkontrakt Mai notiert ebenfalls mit einem kleinen Minus von 0,25 €/t gegenüber Vortag bei 377,50 €/t. In Chicago zeigt sich bei den Getreide- und Ölsaaten-Futures eine gemischte Tendenz.

Vor dem neuen Marktbericht „Wasde“, den das US-Agrarministerium USDA am kommenden Montag veröffentlichen wird, zeigt sich der deutsche Kassamarkt im Nordwesten von seiner ruhigen Seite. Das hat wahrscheinlich weniger mit dem USDA-Bericht zu tun, als damit, dass Verkäufer und Käufer auf steigende beziehungsweise fallende Preise warten und sich aktuell zurückhalten.

An den USDA-Bericht hegen Marktteilnehmer keine großen Erwartungen. Etwaige Abwärtskorrekturen für die argentinische Mais- und Sojaproduktion seien bereits „eingepreist“, lautet die Vermutung eines Händlers. In Argentinien hat es in den vergangenen zwei Monaten zu wenig geregnet, sodass Ertragseinbußen immer mal wieder ein Thema am Markt waren. Auch Erwartungen, dass das USDA eine sehr enge US-Sojabilanz ausweisen wird, sind wahrscheinlich schon in den Preisen enthalten, heißt es. Allerdings weist ein Erfasser aus Niedersachsen darauf hin, dass „der Wasde gerne einmal Überraschungen bereithält“.

Unterdessen halten sich sowohl die Mühlen als auch die Mischer im Nordwesten mit Weizenkäufen zurück. Seitens der Mühlen gebe es allenfalls „Kleinstgeschäfte“; offenbar warten die großen Mehlkunden auf fallende Preise. B-Weizen franko norddeutsche Mühlenplätze wird für die alte Ernte mit einer Minusprämie von 1 €/t auf die Matif-Notierungen März oder Mai oder auf einem Niveau mit den Kursen bewertet. Je nach Standort ist auch hin und wieder 1 €/t über den Matif-Notierungen möglich, berichten Händler. Bei Futterweizen halten sich die Mischer aktuell zurück, Erfasser gehen allerdings davon aus, dass die Mischfutterhersteller grundsätzlich noch Bedarf haben.

Die Abwicklungen an den Exporthäfen im Norden laufen weiter auf Hochtouren. Marktbeobachter gehen davon aus, dass dies auch erst einmal so bleibt für die Monate Februar und März. Danach dürfte es ruhiger werden, da es dann mit Anschlussgeschäften eher mau aussieht.

B-Weizen, franko Hamburg, Basis Februar, wird mit 2 bis 2,5 €/t über dem Matif-März-Termin (Geld) und 3 bis 3,5 €/t über dem Matif-März-Termin (Brief) bewertet, für A-Weizen gibt es einen Aufschlag von 1 bis 2 €/t. Neuerntiger B-Weizen franko Hamburg Basis September wird mit 4 €/t über dem Matif-November-Termin (Geld) zu 5 €/t über dem Matif-November-Termin (Brief) bewertet. Doch hier finden mehr Diskussionen als tatsächliche Geschäfte statt, da die Landwirte momentan kaum an Vorkontrakten für die neue Ernte interessiert sind. (pio)
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