Ägypten

Weizen-Import geht zurück

Wer Weizen mit Blick auf den Export vermarktet, wurde in dieser Saison enttäuscht. Grund dafür ist die schwächere Nachfrage globaler Importeure wie Ägypten.
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Wer Weizen mit Blick auf den Export vermarktet, wurde in dieser Saison enttäuscht. Grund dafür ist die schwächere Nachfrage globaler Importeure wie Ägypten.

Im laufenden Wirtschaftsjahr 2015/16 soll Ägypten nur noch 10,6 Mio. t Weizen importieren statt der zunächst erwarteten 11,5 Mio. t. Das schreibt das USDA-Büro in Kairo in einem aktuellen Marktbericht. Ein mangelhafter Zugang zu Devisen begrenzt die Kaufkraft ägyptischer Importeure, heißt es zur Begründung. Außerdem habe die staatliche Einkaufsbehörde GASC den internationalen Handel mit seinen rigorosen Vorgaben zur Mutterkornbelastung verschreckt. Auch hinter dem Vorjahreswert von 11,1 Mio. t würden die Importe somit zurückbleiben.

Seit Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres am 1. Juli 2015 und Anfang März 2016 habe die GASC 3,9 Mio. t Weizen importiert, nach 4,2 Mio. t im Vorjahr, berichten die USDA-Experten weiter. Die wichtigsten Anbieter seien Russland (1,95 Mio. t), gefolgt von Rumänien (780.000 t), Frankreich (540.000 t), der Ukraine (460.000 t) und Argentinien (180.000 t). Im Kalenderjahr 2015 seien auch die Einfuhren privater Händler zurückgegangen, und zwar um 0,4 Mio. t im Vergleich zum Vorjahr.

Debakel um Mutterkorn verunsichert Markt

Während den privatwirtschaftlichen Importeuren in erster Linie eine mangelnde Verfügbarkeit an Fremdwährungen, sprich US-Dollar, zu schaffen macht, hat der staatliche Importeur GASC mit seinen Vorgaben zum Mutterkornbesatz für Verwirrung am internationalen Markt gesorgt. Die vor wenigen Monaten verhängte Nulltoleranz für Mutterkorn sei nicht nur gegen die Tenderbestimmungen der GASC von 0,05 Prozent gelaufen, sondern auch gegen internationale Marktstandards, so das USDA. In der Folge wiesen die ägyptischen Behörden zwei Weizenlieferungen aus Frankreich und eine Ladung aus Kanada ab. Internationale Händler waren danach so verunsichert, dass die GASC drei Weizentender in Folge absagen musste - denn Verkäufer gaben keine oder nur sehr teure Offerten ab. Auch eine schriftliche Versicherung der Behörde, nach der die Grenze von 0,05 Prozent für Mutterkornbefall wieder gelte, konnte den Markt nicht vollständig besänftigen.

Für das kommende Wirtschaftsjahr 2016/17 zeigt sich das USDA in Kairo wieder optimistischer: Die Weizenimporte sollen dann 11 Mio. t erreichen, da der Bedarf im Inland steigt. (pio)
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