Die Warenterminbörse Euronext plant, mittelfristig nur einen Weizenkontrakt anzubieten. Man werde aber wohl den älteren Kontrakt, die No.2, behalten, nachdem der um weitere Qualitätsvorgaben ergänzte Kontrakt, die No. 3, nicht die Akzeptanz des Marktes gefunden hat, teilte die Gemeinschaftsbörse in Paris laut Berichten von Nachrichtenagenturen mit.

Qualitätsanforderungen
Weizen No. 2
EU-Ware, 15 Prozent Feuchte, spezifisches Gewicht mindestens 76 kg/hl, 4 Prozent Bruchkorn, 2 Prozent Auswuchs, 2 Prozent Besatz.

Weizen No. 3
Proteingehalt mindestens 11 Prozent, Fallzahl mindestens 220 sek, EU-Ware, 15 Prozent Feuchte, spezifisches Gewicht mindestens 76 kg/hl, 4 Prozent Bruchkorn, 2 Prozent Verunreinigung.
Entgegen früheren Absichten werden nun die Kontrakte für die Weizenernte 2018 mit der Spezifikation des No. 2 aufgelegt. Geplant war zuvor eigentlich, ab dann nur noch den Kontrakt No. 3 mit höheren Qualitätsanforderungen anzubieten.

Der Kontrakt No. 2 ist in Europa der Leitmarkt für den Weizenmarkt und zugleich der umsatzstärkste Agrar-Terminkontrakt. Die Fortführung des No.-2-Kontraktes wurde von Optionshändlern gefordert, die für die weit entfernten Optionen Liquidität in den zugrunde liegenden Terminkontrakten benötigen, so die Euronext. Man wollte den Markt entscheiden lassen, und der habe sich für den Kontrakt No. 2 entschieden, hieß es von der Börse.

Der Kontrakt No. 3 wurde erst im März dieses Jahres aufgelegt. Er wurde mit höheren Qualitätsanforderungen und zusätzlichen Lieferorten ausgestattet, nachdem die Weizenernte 2014 in Frankreich massive Qualitätsprobleme hatte. In diesem Jahr hatte die französische Weizenernte sehr viel bessere Qualitäten, sodass der Kontrakt No. 3 kaum gehandelt wurde. Wegen zusätzlicher Lieferorte des No.-2-Kontrakts habe die Euronext noch keine Vereinbarungen mit den Silobetreibern getroffen. (az)
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