Märkte am Mittag

Weizen bekommt Auftrieb


Markttendenz
Zum Wochenende wird der erste Weizen erwartet. Die Spannung über die Qualitäten ist enorm. Denn bei guten Werten steigen die Exportchancen. (da)
Der Druck auf die Landwirte wächst. Viele benötigen jetzt dringend Liquidität auf ihren Höfen und verkaufen unter dem Druck der neuen Ernte. Allerdings raten Berufsverbände wie das niedersächsische Landvolk dazu, wenn eben möglich, diesem Erntedruck zu entgehen und jede sich bietende Marktchance zu nutzen. Dies trifft für den Winterweizen zu, da in Frankreich offenbar deutliche Qualitätseinbußen die Vermarktung der neuen Ernte beeinträchtigen. Für die deutschen Landwirte und ihre Vermarkter könnten sich damit erneut, wie schon bereits 2014 realisiert, zusätzliche Exportchancen für hochwertige Partien nach Nordafrika ergeben.

Meldungen von heute, wonach Ägypten für seinen zweiten Weizentender mehr bezahlt als noch für Bestellungen in der Vorwoche, lassen aufhorchen. Der Mehrpreis wird aufgerufen, obwohl einige Exporteure Discount eingeräumt haben, um gegenüber den osteuropäischen Lieferanten wettbewerbsfähig zu bleiben. Gasc, die ägyptische Einkaufsagentur hat am Wochenende rund 300.000 t Weizen aus Rumänien und Russland in einer Ausschreibung gezogen. Diese Menge kommt noch zusätzlich zu der Einkaufstour 2016/17 über 480.000 t in der Vorwoche am Schwarzen Meer. Der Kaufpreis stieg am Wochenende um 2 auf 174,99 €/t einschließlich Schiffsfracht (167,13 €/t ohne Fracht), teilt die Gasc mit.

An der Matif startet der Septemberweizen freundlich in die Woche und kann um 0,50 auf 160,00 €/t zulegen. Der für die Prämien maßgebliche Dezemberkontrakt verbessert sich gegenüber Freitag um 0,75 auf 164,50 €/t.

Raps hingegen spürt den Erntedruck. Der August fällt um 0,75 auf 359,75 €/t zurück, der Novembertermin gibt um 1 auf 362,25 €/t nach. (da)
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