Märkte am Mittag

Weizen bewegt sich kaum

Markttendenz
Die Stimmung auf den Getreidemärkten bleibt gedrückt. In Europa ist es vor allem die Erwartung einer hohen russischen Ernte und entsprechend höherer Exportaussichten, die für eine Schwäche bei den Weizennotierungen sorgt. Beim Raps gehen die Händler von mittelfristig festeren Kursen aus, da nur 50 Prozent zu handelnde Rapsmengen nachbleiben.
Die Kurse für Weizen an den Terminmärkten sind weiter schwach. An der Matif notiert Weizen für den Dezember-Termin bei 160,25 €/t  um 0,25 €/t schwächer. Bei der Rapssaat notiert der Monat November 2017 bei 371,75 €/t gegenüber gestern mit einem Plus von 1 €/t.

Die Weizenpreise bewegen sich kaum. Die Ernterückgänge in Ländern der EU und in Nordamerika werden in 2017/18 durch den enormen Zuwachs in Russland überlagert. Diesem Druck können die Börsen momentan nicht standhalten. In den USA sinken die Ernteaussichten für den Sommerweizen durch die dortige Trockenheit dramatisch. Das Einkommen der US-Farmer soll sich 2017 gegenüber dem Jahr 2013 mehr als halbieren. Die Exporte der EU leiden weiter unter dem wieder erstarkenden Euro. Daneben drängen die russischen Exporteure wie in jedem Jahr kurz nach der Ernte auf den Markt.

Die Soja und Rapskurse steigen wieder leicht an. Die Sojakurse konnten zuletzt von den anhaltenden Wetterkapriolen in den USA sowie den starken Sojakäufen Chinas profitieren. Nach wie vor herrscht viel Unsicherheit über tatsächliche US-Erträge, da die entscheidende Kornfüllungsphase bei den Sojabohnen nun läuft und jeder Regentropfen auf die Goldwaage gelegt wird. Die Zeichen für den Mittleren Westen stehen für die kommenden 14 Tage auf Trockenheit und steigende Temperaturen. Die Kurse für Sojaschrot sind noch günstig und bieten jetzt für längermonatige Mischfutterverträge eine gute Basis. Bei der Rapssaat ziehen die Prämien jetzt aufgrund der niedrigen Ernteerträge an. Die Verarbeitungsspannen der Ölmühlen bleiben aber zu schlecht, um weitere Schritte zuzulassen. Für die kommende Aussaat gehen die Rapsaussaatflächen zurück, zu enttäuscht sind die Erzeuger mit den Erträgen.

40 Prozent der diesjährigen Rapsernte wurde vorverkauft. Weitere 30 Prozent fehlen aufgrund der schlechten Erträge. Das Angebot wird in 2017/18 knapp. (Ps)
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