Märkte am Morgen: Getreide

Weizen bleibt im Aufwind

Weizen: Die drohende Eskalation in der Ukraine und die Unsicherheit, wie es dort weitergeht, sorgt für Zündstoff und Unruhe an den Getreidemärkten. Die Weizenbörsen legten hüben wie drüben zu. An der Matif notierte der November 2 €/t fester, in Chicago legte die neue Ernte mehr als 4 US-$/t.
 
In den USA machen wieder erhebliche Wetterbedenken die Runde. In den südlichen Plains hat es viel weniger geregnet als erwartet und der Glauben an mögliche Regenfälle schwindet. Laut den meisten Wettermodellen lassen sich vorerst keine nennenswerten Niederschläge im südlichen Weizengürtel erwarten. Die Bestände sind von der Trockenheit gestresst und bei warmer Witterung zusätzlichem Stress ausgesetzt.
 
Der IGC hat aufgrund der jüngsten Entwicklungen in den USA seine Schätzung für die globale Weizenernte 2014/15 um 3 Mio. t auf 697 Mio. t nach unten korrigiert. Dies wäre ein minus von 12 gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig rechen die Londoner Analysten mit einem Rückgang der globalen Weizenbestände um 3 Mio. t auf 187 Mio. t für die neue Kampagne.
 
Mais: Während es für den US-Weizen zu trocken ist, behinderten heftige Regenfälle die Aussaat in weiten Teilen des mittleren Westens. Die ungünstigeren Bedingungen schlugen sich an der Chicagoer Börse in Kursgewinnen für Mais nieder. Die Matif reagierte auf die Vorgaben aus Übersee bei ruhigem Handel nur mit leichten Kursgewinnen für die neue Ernte. Der Frontmonat Juni gab in Paris leicht nach.  
 
Die Getreidebörse in Rosario hat die die Schätzung für die argentinische Maisernte um 700.000 t auf 23 Mio. t nach oben korrigiert. Das USDA geht seit Monaten für Argentinien von einer Ernte von 24 Mio. t aus.
 
Der IGC reagiert in seinem jüngsten Monatsbericht auf die Flächen-Umwidmung vom Mais- zum Sojaanbau und die verzögerte Maisaussaat in den USA mit einer skeptischeren Analyse der kommenden globalen Maisernte. Für 2014/15 haben die Londoner Marktexperten ihre Hochrechnung gegenüber dem Vormonat um 11 Mio. t auf 950 Mio. t reduziert. Gegenüber dem Vorjahr würde dies ein Minus von 15 Mio. t bedeuten. Die Endbestände könnten aber aufgrund der reichlichen Überhänge aus der laufenden Saison trotzdem um 5 Mio. t Mais  ansteigen, so der IGC. (St)
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