Märkte am Morgen: Getreide

Weizen bleibt im Zwischenhoch

Weizen: An der Matif setzte sich im Sitzungsverlauf die freundlichere Tendenz fort und der November schloss 2 €/t fester. Der schwache Eurokurs und vor allem der jüngste Ägypten-Tender dürften die Stimmung gehoben haben. Ägypten hat 120.000 t Weizen in Frankreich gekauft, der Durchschnittspreis soll bei 241,20 US-$/t cif gelegen haben.
 
Der Markt zeigte sich überrascht, dass Russland nicht zum Zuge kam. Die russischen Weizenpreise im Inland sind im Zuge der Ukraine Krise fest geblieben und russischer Weizen gilt derzeit als wenig konkurrenzfähig im internationalen Exportgeschäft. Allerdings sind die fob-Preise an den in Schwarzmeerhäfen in der Vorwoche bereits nach unten korrigiert worden und auch im Inland gab es erste Preisanpassungen. Da Russland einen Überschuss von 27  bis  30 Mio. t Getreide, davon 70 Prozent Weizen, loswerden muss, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Russen wieder aggressiv an den Exportmarkt zurückkehren.  
 
In Chicago sorgte die russische Abstinenz beim Ägypten-Tender jedenfalls für leicht anziehende Weizennotierungen. Die Vorbörse bestätigt heute Morgen das Zwischenhoch. Goldman Sachs geht auf Sicht von weiter rückläufigen Weizenpreisen aus. In einen Ausblick auf die nächsten drei bzw. sechs Monate erwartet die US-Investmentbank ein Rückgang der Chicagoer Notierungen auf 4,50 US-Cent/bushel. Umgerechnet hätten die US-Weizenpreise damit noch mehr als 10 US-$/t Luft nach unten.
 
Mais: Bei Mais ist der größte Preisverfall nach Schätzung der Investmentbank allerdings  weitgehend eingepreist. Goldman Sachs erwartet in dem angesprochenen Berichtzeitraum aber immer noch einen Rückgang der Maisnotierungen auf 3 US-$/Bushel. Dies impliziert einen Kursrückgang von umgerechnet mehr als 8 US-$/t.
 
Die Maisnotierungen in Chicago konnten sich am Vortag gut behaupten. Die wöchentlichen US-Ethanol-Vorräte sind in der Vorwoche zwar gestiegen doch die bärischen Zahlen wurden ignoriert, denn in Teilen des Mittleren Westen lassen sich durch Regen Unterbrechungen der Maisernte erwarten.
 
Auch beim Matif-Mais setzte sich die freundlichere Tendenz der Vortage fort. Sie hält nun schon sechs Tage an. Der November legte 2,75 €/t zu und übersprang die psychologische Grenze von 140 €/t wieder nach oben. (St) 
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