Märkte am Morgen: Getreide

Weizen bröckelt etwas ab


Weizen: Die Nachrichtenlage am Weizenmarkt war dürftig. Währungseinflüsse im Zuge des etwas schwächeren Eurokurses drückten leicht auf den Matif-Weizen. Der Mai verlor  0,50 €/t und schloss mit 172 €/t. Die offenen Positionen an der Matif haben sich in den vergangenen Tagen kräftig abgebaut. Am Hamburger Markt waren die Prämien für Weizen Basis 12 % Protein mit 2,50 bis 3 €/t auf Matif-Mai unverändert. Zum Wochenauftakt kommen von Chicago für Weizen freundliche Signale, der etwas festere Euro könnte heute bremsen.
 
Für Irritationen könnte der europäische Weizen-Future der CME sorgen, wenn er mehr Liquidität hätte. Die Schlusskurse für die neue Ernte wurden bis zu 10 €/t zurückgenommen. Die Resonanz auf den CME-Future bleibt äußerst bescheiden, die offenen Positionen sind auf nur noch 835 Kontrakte für alle Termine gefallen. Im Gegensatz dazu liegen sie an der Matif für Weizen bei mehr als 307.000 Kontrakten.
 
Die Winterweizenbestände in Deutschland sind gut aus dem Winter gekommen und ernsthafte Auswinterungsschäden lassen sich nicht befürchten. Das französische Getreideamt AgriMer bonitiert die Winterweizenbestände in Frankreich zu 92 % mit ‚gut bis exzellent‘ und unverändert wie in der Vorwoche.
 
In Chicago schloss Weizen etwas freundlicher. Die alte Ernte notierte für Mai mit 4,36 US-$/bushel gut behauptet. Die neue Ernte legte ebenfalls etwas zu. In den südlichen US-Plains hat es nicht so viel geregnet, wie die Meteorologen angekündigt haben. Es ist zu trocken und vergleichsweise warm. Die Mühlenlobby in den USA erwartet für den in Chicago notierten Soft-Red-Winterweizen eine 9 % kleinere Ernte als im Vorjahr.
 
Die Nachrichtenlage am internationalen Weizenmarkt beschäftigte sich zum großen Teil mit möglichen Irritationen von russischen Weizenlieferungen in die Türkei. Die Türkei dementierte anderslautende Berichte, nach denen das Land die Einfuhr von russischen Weizen mit Zahlen belasten will. In diesem Wirtschaftsjahr hat die Türkei bis Ende Januar 1,9 Mio. t Weizen aus  Russland importiert.
 
Mais: Die Chicagoer Futures konnten sich nach späten Käufen leicht befestigen. Der Mai legte 1,4 Cent/bushel auf 3,67 US-$/bushel zu. Kleinere Shorteindeckungen und charttechnische Einflüsse stützen, denn der Frontmonat konnte seinen gleitenden 100-Tage-Durchschnittspreis gut halten und legte im Wochenverlauf 9 Cent/bushel zu. Die Fonds in Chicago lösten in der Berichtswoche größere long-Position auf und  vergrößerten ihr  Short-Engagement.
 
An der Matif knüpfte Mais an die freundliche Tendenz der Vortage an. Der Mai legte erneut 0,50 €/t zu und schloss mit 120,25 €/t. (St) 
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