Märkte am Morgen: Getreide

Weizen fällt auf neue Tiefs

Weizen: Die Märkte geben wenig Positives her. An der Matif setzte sich der permanente Preisdruck der Vortage fort. Vor allem der Frontmonat Mai wurde kräftig gebeutelt und gab 5,25 €/t nach. Mit einem Schlusskurs von 171 €/t für Mai und von 172 €/t für Dezember sind Matifnotierungen auf den Tiefststand seit rund sieben Monaten gefallen.
 
Im vorderen Bereich macht sich Technik aufgrund des am Montag der kommenden Woche auslaufenden Frontmonats Mai bemerkbar. Die deutlichen Kursverluste dürften auch im Zusammenhang mit dem Andienungs-Stopp des Silobetreibers Senalia und überschaubaren Exportverladungen im Hafen von Rouen stehen. Mit dem festeren Euro trüben sich die weiteren Exportaussichten für den europäischen Weizen etwas ein. Am Hamburger Markt blieben die Prämien auf die Matifnotierung Mai mit 4,00 €/t auf der Geldseite und 5,00 €/t auf der Briefseite unverändert.
 
In Chicago notierte Weizen erneut schwächer und fiel auf neue Kontrakttiefs. Die etwas bessere Crop- Bonitierung der US-Weizenbestände zum Wochenanfang und ergiebige Regenfälle in den US-Plains drückten. Die Sommerweizenaussaat in den USA ist weitaus besser als in den Vorjahren vorangekommen und war am Wochenanfang zudem bereits zu 75 Prozent abgeschlossen. Am ersten Tag der Erntebereisung in Kansas diagnostizierten die Tour-Teilnehmer etwas niedrigere Erträge als im Vorjahr.
 
Ägypten hat seinen neuen Weizentender für Lieferung in der in der zweiten Junihälfte mit jeweils 60.000 t aus Russland und Rumänien gefüllt. Die fob-Preise lagen unter 200 US-$/t, die billigsten Offerten kamen mit 194,23 US-$/t aus Russland. Der russische Weizen wird wieder konkurrenzfähiger, zumal die russische Regierung für Mitte Mai das Ende der Exportsteuern die Aussicht stellt. Internationale Handelshäuser gehen davon aus, dass zurzeit noch mehr als 2 Mio. t Weizen in den russischen Silos auf Exportaufträge warten.
 
In Kanada wird die diesjährige Weizenfläche möglicherweise nicht so stark zulegen, wie prognostiziert. Statistics Canada geht von einer Anbauausdehnung von 2,9 Prozent aus. Das USDA-Büro in Ottawa stutzt die Einschätzung der kanadischen Statistiker aufgrund von Aussaatverzögerungen durch Schnee und Regen aber um 200.000 ha zurück. Es rechnet mit einer kanadische Weizenernte von 29,6 Mio. t. Dies wären nur 270.000 t mehr als im Vorjahr.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen zeigten nach einer Serie von schwachen Tagen wieder etwas Leben. Die Kurse legten mithilfe gestiegene fob-Preise auf allen Termin leicht zu. Die US-Farmer halten sich bei den niedrigen Maispreisen zudem mit Verkäufen zurück. Auch technische Einflüsse aufgrund eines überverkauften Marktes dürften die freundlichere Sitzung bestimmt haben. Allerdings machen erste Spekulationen die Runde, dass das USDA in seinem kommenden Report die Inlandsverbrauchs aufgrund der Vogelgrippe zurücknehmen könnte.
 
Brasilien kann nach Ansicht von Informa mit einer sehr guten Maisernte rechnen. Die amerikanischen Analysten hoben ihre Schätzung für die brasilianische Maisernte um 5,6 Mio. t auf 80,3 Mio. t an. Das USDA war in seinem vorangegangen Report nur von 75 Mio. t ausgegangen und schätzt die brasilianische Ernte schon fast traditionell konservativ ein.
An der Matif setzte sich der Abwärtstrend der Maisnotierungen fort. Der Juni verlor 1,75 €/t, der August 2,25 €/t. Die schwachen Weizenpreise begleiten den Abwärtstrend. (St)
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