Märkte am Mittag

Weizen fehlen die Impulse


Markttendenz
Das mengenmäßig erfreuliche Exportgeschäft sorgt nicht für steigende Weizenpreise. Die Rapspreise werden durch Auswinterungsschäden in Osteuropa gestützt.
Die Preise für den B-Weizen von 140 €/t ab Hof für Brotweizen in Ostholstein und 135 €/t ab Hof in Sachsen und Thüringen sind den Erzeugern ohnehin nicht hoch genug. Das Kursniveau an der Matif startet heute kurz nach dem Wochenende fester in den Tag: Die Kurse für die Rapssaat können sich für den Mai-Termin um 1 €/t auf 357,75 €/t verbessern. Die Notierungen für den Weizen tendieren ebenfalls fester mit 153,50 €/t für den Mai-Termin und 168,25 €/t für den Dezember 2016 Termin.

Die Landwirte sind mit den Feldarbeiten beschäftigt. Weder das Wetter noch der Zustand der Getreidebestände auf den Feldern bereiten derzeit Grund zur Sorge. Der Handelsverband Coceral schätzt die EU-Weizenernte 2016 auf 145 Mio. t (Vorjahr: 150 Mio.t). Bei den Lagerbeständen zeigt sich ein differenziertes Bild:  Ein Teil der ostdeutschen Großbetriebe hat bereits seine Verluste realisiert und sich von Ware getrennt. Andere haben noch viel Getreide in den Silos liegen und sind auch für die neue Ernte noch keine Verkäufe eingegangen.

Die aktuell besseren Preise auf der Großhandelsstufe von 153 Euro/t franko Hamburg für die März Lieferung werden von Verkäufen gestützt. Ägypten kaufte zuletzt 240.000 t. Weizen in Frankreich, Rumänien und aus der Ukraine. Beim jüngsten Verkauf von 870.000 t Weizen nach Saudi-Arabien sollen zwischen 75 Prozent und 80 Prozent auf deutsche Ware entfallen.

Die Soja- und Rapspreise steigen leicht an. Auf der Nordhalbkugel ist Winterraps seit Monaten im Boden und zeigt nun, wie er den Winter überstanden hat. So wird vor allem in der Ukraine zur Ernte 2016 eine deutlich geringere Rapsmenge prognostiziert. Trockenheit hatte die Aussaat empfindlich beeinträchtigt und auch für einen überdurchschnittlichen Ausfall über den Winter gesorgt. Dort könnte ein Viertel weniger Raps angebaut worden sein als im Vorjahr. In Polen hat der kalte Winter für überdurchschnittliche Auswinterungsschäden gesorgt. Die Rapspreise haben sich mit 350 €/t für vordere Lieferungen und 343 €/t ex Ernte 2016 nur leicht erhöht. Ostdeutschlands Landwirte erzielen derzeit um 335 €/t ab Hof bzw. für die neue Ernte gut 330 €/t ab Feld ex Ernte. (Ps)
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