Aussichten

Weizen hat Konjunktur

Die Weizenfläche rund um den Globus schätzt der Internationale Getreiderat (IGC) für die kommende Vermarktungssaison 2015/16 auf 224 Mio. ha. Im Vergleich zur aktuellen Periode wäre dies ein Anstieg um 1 Prozent. Mit größeren Flächen rechnet der IGC vor allem in Nordamerika, Kasachstan, der Ukraine und Argentinien. Weitgehend unverändert sein könnte dagegen der Anbau in der EU, China, Indien und Australien.

Nachdem die Herbstaussaat auf der Nordhalbkugel unter günstigen Bedingungen abgeschlossen worden ist, wagt der IGC in seinem Januarbericht auch eine erste Schätzung der Weizenerzeugung 2015/16. Werden mittlere Erträge eingefahren, errechnet der Getreiderat eine Menge von 701 Mio. t. Sie wäre zwar 2 Prozent geringer als das aktuelle Rekordergebnis von 717 Mio. t, aber immer noch 2 Prozent höher als der Fünfjahresdurchschnitt.

Für den Verbrauch 2015/16 zeigt der IGC ein differenziertes Bild. Wegen der günstigen Weizenpreise könnte vor allem der Konsum in der menschlichen Ernährung weiter steigen – vor allem in Asien und Afrika. Dagegen sei ein Rückgang in der Verfütterung zu erwarten, wenn im nächsten Jahr nicht mehr so viel Weizen als Futterqualität abgestuft wird. Unter dem Strich würde der gesamte Weizenverbrauch aber mit 708 Mio. t so hoch wie in der aktuellen Saison sein. Dieser Umfang wäre rund 7 Mio. t höher als die geschätzte Erzeugung.

Die globalen Weizenbestände würden bei diesen Annahmen auf 189 Mio. t zum Ende der Saison 2015/16 abschmelzen. Mit 26,7 Prozent des Jahresverbrauches wären sie aber weiterhin komfortabel. (db)
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