Märkte am Morgen: Getreide

Weizen markiert neue Tiefs


Weizen: An der Matif hält der Druck auf Weizen an. Nach einem Minus von 2,50 €/t durchbricht der Maikontrakt  die wichtige Widerstandslinie von 165 €/t, fällt auf 163,75 €/t und markiert ein neues Kontrakttief. Die neue Ernte gibt ebenfalls nach. Schwache Vorgaben aus Übersee, charttechnische Signale und Liquidationen in Verbindung mit problemlosen Weizenbeständen in Westeuropa drücken kräftig auf die Stimmung. Selbst der etwas festere US-Dollarkurs, der heute Morgen mit 1,068 notierte, brachte keine Hilfestellung.
 
Die Weichweizenexporte aus der EU haben in dieser Kampagne 17,8 Mio. t erreicht und  liegen 17 % unter dem Vorjahreswert. Gegenüber der Vorwoche erhöhte sich der Stand der Exporte um 464.000 t. Die Steigerung beruht aber nicht ausschließlich auf neuen  Exporten, da die EU-Kommission regelmäßig die Exportzahlen der vorangegangenen Woche korrigiert. Für Deutschland werden für dieses Wirtschaftsjahr 3,9 Mio. t Weichweizenexporte ausgewiesen. Gegenüber der Vorwoche hat sich die Zahl um 233.000 t erhöht.
 
In Chicago drückten das schwache Umfeld und weitverbreitete Niederschläge in den US-Plains weiter auf die Weizenkurse. Der Markt erwartet heute die Bestätigung einer  erheblich kleineren US-Weizenanbaufläche, rechnet aber auch mit höheren US-Weizenbeständen zum Stichtag 1. März dieses Jahres. Die Chicagoer Kurse gaben für den Mai 4,4 Cents auf 4,17 US-$/bushel nach.
 
Der IGC erwartet für das neue Wirtschaftsjahr eine globale Weizenernte von 735 Mio. t, die 19 Mio. t niedriger als im Vorjahr ausfallen würde. Die Weizenbilanz bleibt dennoch komfortabel, denn die weltweiten Endbestände werden sich nach Einschätzung der Londoner Marktexperten nur um 5 Mio. t auf 234 Mio. t abbauen.
 
Mais: Die Maiskurse in Chicago schlossen nach Positionierungen vor der heutigen US-Flächenschätzung und der Aussicht auf höhere US-Maisbestände etwas schwächer. Der Mai notiert mit 3,57 US-$/bushel. Die wöchentlichen US-Maisexporte von knapp 717.000 t lagen unter den Erwartungen.
 
Der IGC erwartet eine globale Maisernte von 1.024 Mio. t und damit 29 Mio. t weniger als im Vorjahr. Die globalen Maisbestände werden sich nach Schätzung der Analysten um 20 Mio. t auf 205 Mio. t abbauen. Die Maisversorgung würde nach der Prognose mit einem Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von knapp 20 % aber noch  komfortabel bleiben.
 
Mais/Gerste: An der Matif verloren die Mais-Futures für die vorderen Termine 0,50  Cent/bushel. Der Juni schloss mit 171 €/t. Die Maisimporte der EU haben sich nach einem wöchentlichen Anstieg um 270.000 t auf 8,05 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr summiert. Die derzeitigen Einfuhren werden fast ausschließlich in Spanien, Portugal und Griechenland abgeladen.  
Der Gerstenexport der EU bleibt mit 3,9 Mio. t und einem Minus von 54 % bisher erheblich unter dem Vorjahreswert zurück. Der Stand der Exporte hat sich in der der Berichtswoche um 157.000 t Gerste erhöht, an denen Deutschland mit 38.000 t beteiligt war. (St) 
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