Märkte am Morgen: Getreide

Weizen mit stabileren Tendenzen

Weizen: Mit festeren Vorgaben aus Chicago bewegten sich die Weizenkurse an der Matif nach oben. Der November schließt 1,50 €/t fester, der März legt sogar 2,50 €/t zu. Die kurzfristige Tendenz zeigt seitwärts.
 
Die europäischen Weizenausfuhren laufen auf Hochtouren. In dieser Woche hat die EU-Kommission neue Exportlizenzen von 945.000  t für Weichweizen erteilt. Damit wurden im Laufe des Wirtschaftsjahres bereits Ausfuhren von 8,4 Mio. t Weichweizen angemeldet. Die deutschen Exporteure waren bei den Lizenzziehungen mit 2,1 Mio. t bisher gut dabei.
 
Die Copa/Cocega schätzt die europäische Gesamt-Weizenernte auf 153,2 Mio. t. Die Lobby-Zahlen liegen 1 Mio. t unter den Schätzungen von ADM Germany und auch niedriger als die USDA-Zahlen. Strategie Grains geht in seinem jüngsten Monatsbericht von einer stabilen Weizenanbaufläche in der EU für 2014/15 aus.
 
In Chicago kamen festere Mais- und Sojanotierungen dem Weizen zu Hilfe. Die Tendenz für Weizen zeigt leicht aufwärts. Unterstützt wurde die freundlichere Stimmung von Spekulationen über US-Weizenexporte nach Brasilien. Analysten erwarten brasilianische Weizenkäufe von 1 Mio. t in den USA. Brasilien wird in dieser Kampagne voraussichtlich 5,8 Mio. t Weizen importieren müssen, davon könnte Argentinien 3,5 Mio. t liefern.  
 
Die Weizenpreise in den russischen Seehäfen haben sich nach einem dreiwöchigen Rückgang stabilisiert. Schätzungen von Beratungsorganisation zufolge hat Russland bisher 12,7 Mio. t Getreide exportiert, davon 10,5 Mio. t. Weizen. Den russischen Getreideüberschuss für den Export taxieren Analysten unverändert auf 27 bis 30 Mio. t. In der Vorwoche war Russland nach längerer Abstinenz an den internationalen Märkten zwar wieder mit einer Lieferung von 55.000 t Weizen nach Ägypten zum Zuge kommen, doch der Markt rechnet kurzfristig noch nicht mit aggressiven Weizenexporten aus Russland.
 
Die Ukraine hat die Aussaat von Winterweizen offiziellen Aussagen zufolge zu 93 Prozent abgeschlossen. Die Weizen-Aussaatfläche wird in diesem Jahr geringfügig auf 6,2 Mio. ha ansteigen. Die offizielle Schätzung der diesjährigen Weizenernte liegt bei 24,4 Mio. t, Analysten gehen aber nur von einer Weizenernte von 21 bis 22 Mio. t in der Ukraine aus.
 
Mais: Nach dem schwachen Vortag machten die Maisnotierungen Chicago wieder Boden gut. Die Kurse zogen zwar nur überschaubar an, haben aber im Wochenverlauf aufgrund der erheblichen Ernteverzögerungen 6 Prozent zugelegt.
 
An der Matif zeigte Mais leichte Konsolidierungstendenzen und die beiden vorderen Termine schlossen bei einem minimalen Minus knapp behauptet. Die späteren Termine zogen dagegen leicht an. Die Maisimporte in die EU haben sich weiter spürbar reduziert. In dieser Woche wurden nur noch Importlizenzen über 26.000 t Drittlandsmais gezogen. (St) 
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