Analyse

Weizen nimmt 200-Euro-Hürde

Der Bulle kann sich am Markt noch durchsetzen.
-- , Foto: Thorben Wengert / pixelio.de
Der Bulle kann sich am Markt noch durchsetzen.

Der Weizenpreis an der Matif in Paris hat Luft nach oben. Zu diesem Ergebnis kommen die Analysten der Commerzbank in einer aktuellen Marktanalyse. Im ersten Quartal des Jahres sehen sie den Kurs im Schnitt bei 190 €/t; am Mittwochnachmittag bewegte sich der Frontkontrakt März in Paris auf einem Niveau von 187,50 €/t. Im zweiten Jahresquartal soll sich der Weizenpreis den Analysten zufolge weiter seitwärts bewegen, um in der zweiten Jahreshälfte zunächst auf 195 €/t zu steigen. Für das vierte Quartal 2015 schließlich geht die Commerzbank davon aus, dass der Weizenpreis auf durchschnitlich 200 €/t steigt.

EU-Exporteure dürften im weiteren Jahresverlauf von einer stärkeren Nachfrage nach Weizen aufgrund des im Vergleich zum US-Dollar schwachen Euro rechnen, heißt es zur Begründung. Zudem sei nicht davon auszugehen, dass Europa ein zweites Mal in Folge eine Rekordernte einfahren wird.

Während das laufende Wirtschaftsjahr 2014/15 noch von einer sehr komfortablen Versorgungslage geprägt ist, „verdüstert“ sich den Analysten zufolge der Ausblick auf die Saison 2015/16. So wurde in den USA die Anbaufläche für Winterweizen gegenüber dem Vorjahr um knapp 5 Prozent eingeschränkt. Zudem leiden die Bestände in einigen Regionen der Vereinigten Staaten unter Trockenheit, was negative Auswirkungen auf die Erträge haben dürfte.

Auch in Russland sehen die Winterkulturen vielerorts schlecht aus, wie die Analysten mit Bezug auf das Moskauer Institute for Agricultural Market Studies und Regierungsquellen berichten. Auch in der Ukraine rechneten Regierungsquellen den weiteren Angaben nach mit Ernteeinbußen von 10 Prozent gegenüber 2014. Die Weizenernte 2014/15 in dem Schwarzmeerland beziffert das US-Agrarministerium USDA aktuell mit 24,5 Mio. t. (pio)
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