Märkte am Morgen: Getreide

Weizen profitiert von Shorts

Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif profitierten etwas von den festeren Chicagoer Vorgaben. Der Mai legt 1 €/t, der September 1,75 €/t zu. Der vordere Markt kann sich auf dem 190er Niveau halten. Die vergleichsweise niedrigen wöchentlichen EU-Weizenexporte der Vorwoche tangierten den Terminmarkt wenig. In der Vorwoche wurden nur 189.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen in der EU gezogen. Im gesamten Wirtschaftsjahr wurden bisher knapp 25,7 Mio. t Lizenzen für die Weichweizen-Ausfuhr genommen. Weiterhin vernachlässigt bleibt der neue Weizenkontrakt, der nominell sogar unter dem etablierten Weizenfuture notierte.
 
Die Impulse für den Weizenmarkt kamen aus Chicago. In den zentralen und südlichen Plains der USA ist es zu trocken und nach den Wettermodellen lassen sich kurzfristig keine ergiebige Niederschläge erwarten. Die Fonds halten größere Shortpositionen und nach Ansicht von Broker stehen in den kommenden Tagen weitere Shortabdeckungen beim US-Weizen an. Die Notierungen für die neue Ernte zogen bis zu 7 Cents/Bushel an.
 
Auch die gedrücktere Aussichten der Getreideernte in der Ukraine dürften die Weizennotierungen stabilisieren. Nach der offiziellen Einschätzung der ukrainischen Regierung wird das Schwarzmeerland in diesem Jahr nur eine Getreideernte von 55 bis 57 Mio. t einfahren. Die vorherige Schätzung wurde um 3 bis 5 Mio. t reduziert. Die Weizenernte wird nach der jüngsten Prognose nur 20 Mio. t erreichen. Im Vorjahr hatte die Ukraine knapp 64 Mio. t Getreide und mehr als 24 Mio. t Weizen geerntet. 
Der stellvertretende Premierminister Russlands hat angedeutet, dass die Exportsteuern für Getreide über den 15. April hinaus und möglicherweise bis Ende Juni dieses Jahres bleiben könnten.  
 
Marokko hat seine Importzölle für Weichweizen von 17,5 Prozent auf 75 Prozent angehoben. Damit will die marokkanische Regierung die eigenen Bauern schützen, denn in diesem Jahr erwartet Marokko eine sehr gute Getreideernte von 10 Mio. t. Im Vorjahr hatte Marokko nur 6,7 Mio. t Getreide und davon 3,7 Mio. t Weichweizen geerntet.
 
Mais: Die Terminmärkte gaben wenig her. In Chicago notierte Mais geringfügig schwächer. Die Nachrichtenlage war dünn. Für Brasilien hat die Conab die Schätzung der Maisernte um 780.000 t auf 79 Mio. t angehoben. Das USDA bewertet die brasilianische Maisernte weitaus konservativer und geht in seinem jüngsten Report nur von 75 Mio. t aus. In der Regel stuft das USDA die zweite Maisernte in Brasilien, die sogenannte Safrinha-Ernte, niedriger als die brasilianische Agrarbehörde ein.
 
An der Matif zeigten sich die Maisnotierungen stabil. Der Juni legte leicht zu und schloss bei 164,25 €/t. Seit vier Wochen bewegen sich die Matifnotierungen in einer engen Bandbreite seitwärts. (St) 
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