Märkte am Morgen: Getreide

Weizen rudert wieder zurück

Weizen: Die Kurse an der Matif gaben zum Wochenschluss im ruhigen Handel nach. Der September notierte nach einem Minus von 1,25 €/t mit 174 €/t. Der Dezember schloss knapp unter 181 €/t. Die Aktivitäten waren durch den Nationalfeiertag in Frankreich verhalten.
 
Am Hamburger Markt wurden die Offerten für Weizen Basis 12 % Protein für Lieferung September etwas angehoben. Die Briefkurse lagen 2 €/t unter Matif-Dezember. Für Qualitätsweizen mit 14 % Protein wird weiterhin ein hohes Aufgelder gefordert. Die Offerten lagen 22 bis 23 €/t über Matif-Dezember. Die deutschen Exporteure hoffen durch die Probleme beim US-Sommerweizen auf bessere Absatzmöglichkeiten für den deutschen Qualitätsweizen. Die Landwirtschaft hält sich aus Unsicherheit über die Proteingehalte allerdings mit Verkäufen sehr zurück.
 
Für die Getreideernte in Spanien sieht es weiterhin sehr schlecht aus. Spanien rechnet mit regionalen Ernteausfällen von 60 bis 70 % durch die Trockenheit und Hitze. Analysten gehen davon aus, dass Spanien diesem Jahr einen Importbedarf von 5,6 Mio. t Weizen haben könnte. Dies wären 40 % mehr als im Vorjahr. Auch Italien rechnet mit einer sehr schwachen Getreideernte.
 
In Chicago konnte sich Weizen nach der scharfen Korrektur der Vortage wieder fangen. Die Kurse schlossen in etwa behauptet mit einem leicht schwächeren Unterton. Der September notierte mit 5,11 US-$/bushel. Die Notierungen für Sommerweizen bleiben vergleichsweise fest und in Minneapolis notierte Qualitätsweizen mit 7,58 US-$/bushel. Heute Morgen kommen aus Chicago schwächere Vorgaben, denn in Teilen der Plains hat es geregnet. Die Wettermodelle sagen für die kommenden Tage aber wieder trocken und warm für den nördlichen Weizengürtel voraus.
 
In Kasachstan zeichnet sich nach Einschätzung von UkrAgroConsult eine gute Weizenernte ab. Die Bedingungen in der Korn-Füllungsphase waren nach Einschätzung der Analysten gut. Argentinien wird nach Einschätzung der Getreidebörse Buenos Aires mit 5,4 Mio. ha rund 100.000 ha weniger Weizen anbauen, als zuvor geschätzt.
 
Mais: Auch bei Mais zeigte die Chicagoer Börse nach den schwachen Vortagen Korrekturpotenzial. Die vorderen Termine notierten 6,4 Cent/bushel fester. Der September schloss mit 3,76 US-$/bushel, büßte im Laufe der Vorwoche 4,1 % aber an Wert ein. Neue Wettermarkttendenzen und Shorteindeckungen kamen den Futures zugute. Die Fonds drehten in der Berichtswoche ihr Engagement von short auf netto-long. Namhafte Analysten gehen davon aus, dass die Ertragsschätzung des USDA von 170,7 bushel/acre für die kommende Maisernte zu hoch angesetzt ist. So rechnet  Planalytics beispielsweise nur mit einem Durchschnittsertrag von 165,3 bushel/acre und korrigierte seine Ertragsprognose nach unten.  
 
An der Matif war das Handelsvolumen für Mais dünn. Der August schloss unverändert mit knapp 170 €/t, die übrigen Termine gaben bis zu 1,25 €/t nach. (St) 
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