Märkte am Morgen: Getreide

Weizen schließt behauptet

Weizen: Nach sechs schwachen Sitzungen kann sich der Matifweizen zumindest kurzzeitig fangen. Der Dezember schließt neutral mit 166,50 €/t. Der zuletzt stark unter Druck geratene Frontmonat September legt wieder 1 €/t zu und schließt knapp unter 148 €/t. Im Wochenverlauf hat der Dezember-Kontrakt knapp 4 Prozent an Wert verloren, der September sogar mehr als 9 Prozent.
 
Der starke Druck auf die europäischen Weizennotierungen kommt zum großen Teil aus Frankreich. Die Silos in den Matif-Andienungsplätzen Rouen und Dünkirchen sind bis zum Bersten voll, der französische Exportmotor stottert noch stark und es wird Platz für die  anstehende Maisernte gebraucht.
 
Das französische Agrarministerium hat die Weizenernte in Frankreich auf einen neuen Rekordwert von 40,8 Mio. t nach oben korrigiert. Die hohen Erträge dünnen allerdings  die Proteinwerte etwas aus. Laut Einschätzung des französischen Agraramtes AgriMer erreicht nur knapp die Hälfte der französischen Weizenernte Werte von 11 oder mehr Prozent Protein.
 
In Chicago schließt Weizen nach kleineren Positionsbereinigungen vor dem heutigen USB-Feiertag mit Kursgewinnen von bis zu 2,6 Cent/bushel. Der Dezember notierte bei 4,68 US-$/bushel. In Kansas konnte der HRW-Weizen seine Minusprämien auf den proteinschwächeren Chicagoer Soft-Red Winterweizen wieder in eine Plusprämie umwandeln.  
 
Im südlichen Teil Russlands und Teilen der Ukraine ist zurzeit sehr trocken und es zeichnen sich Probleme bei der Weizenaussaat ab. Die Ukraine hat in den ersten beiden Monaten dieses Wirtschaftsjahres 2,6 Mio. t Weizen exportiert, 300.000 t mehr als im Vorjahr.
 
Mais: Auch Mais profitiert in Chicago von kleineren Positionsbereinigungen vor dem langen Wochenende. Die etwas höheren wöchentlichen US-Produktionszahlen für Ethanol gaben leichte Unterstützung. Der Dezember schließt nach einem Plus von 1,4 Cent/bushel bei 3,63 US-$/bushel.
 
An der Matif bleibt Mais unter Druck. Die Kurse verloren 0,75 €/t für die beiden vorderen Termine. Der November notierte bei 161,50 €/t.
 
In Argentinien zeichnet sich aufgrund des im Oktober erwarteten El-Niño-Effektes mit  reichlichen Niederschlägen ein Rückgang der Maisfläche ab. Die Börse in Buenos Aires geht von einer 20 Prozent kleineren argentinischen Maisfläche und einem Rückgang auf 2,7 Mio. ha aus. Profitieren davon dürfte der Anbau von Sojabohnen. (St) 
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