Märkte am Morgen: Getreide

Weizen schwächt sich etwas ab

Weizen: Die leicht gedrückten Vorgaben aus Übersee und kleineren Gewinnmitnahmen ließen den Matif-Weizen bis zu 1,25 €/t schwächer schließen. Der Dezember notierte mit 173,25 €/t. Am Hamburger Markt haben die Abgeber ihre Verkaufsideen für alterntigen Weizen auf eine Prämie von 1 €/t über Matif-Dezember zurückgenommen.  Kaufinteresse gab es bei einem Abschlag von 0,50 €/t auf die Dezembernotierung. In  Frankreich werden die Winterweizenbestände mit 75 % gut bis exzellent unverändert  bonitiert.
 
Saudi-Arabien schließt den Kauf von 770.000 t Weizen ab. Neben deutschem Weizen könnte auch polnischer und baltischer Weizen zum Zuge gekommen sein, schätzt der Markt. In der Vorwoche hat Deutschland laut der offiziellen EU-Statistik 143.000 t Weizen exportiert und die  deutschen Weichweizenexporte summieren sich in dieser Saison auf rund 5,2 Mio. t.
 
Fonds investieren in Sommerweizen
 
In Chicago schloss Weizen nach Gewinnmitnahmen bis zu 3,4 Cent/bushel schwächer,  konnte im Wochenverlauf aber noch 3,8 % zulegen. Der Juli notierte mit 4,46 US-$/bushel. Die Impulse am US-Weizenmarkt kommen vom Sommerweizen. Hitze und trockenes Wetter in den nördlichen US-Plains ließen die Fonds größere short-Positionen bei den Chicagoer Weizen-Future schließen. Im Gegenzug bauten sie ihr long-Engagement bei den  Sommerweizen-Futures an der Börse in Minneapolis um rund 9500 Kontrakte aus.
 
Der USDA-Report vom Freitag tangierte den Markt nicht sonderlich. Für die neue Ernte sieht es nach einer äußerst komfortablen Weizenversorgung aus. Obwohl die kommende Weltweizenernte 15 Mio. t kleiner als im Vorjahr ausfallen könnte, lässt sich ein Bestandsaufbau von 4,8 Mio. t auf 261 Mio. t und ein äußerst komfortables Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von mehr als 35 % erwarten. In Europa sieht es für 2017/18 dagegen völlig anders aus: die EU-Weizenbilanz dürfte bei einem prognostizierten Endbestand von 10,5 Mio. t und einem Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von 8,3 % erneut ziemlich eng bleiben.  
 
Mais: Der Chicagoer Mais stand unter dem Einfluss von hot and dry übers  Wochenende. Den europäischen Wettermodellen zufolge soll es auch noch bis weit in diese Woche hinein äußerst heiß zentralen Mittleren Westen bleiben. Die Kurse zogen leicht an, der Juli schloss mit 3,88 US-$/bushel.
 
Der USDA-Report brachte für die US-Maisbilanz nichts Neues. Für die neue US-Ernte lassen sich erst mit der nächsten Flächenschätzung am 30. Juni neue Erkenntnisse erwarten. Die Korrektur der diesjährigen brasilianischen Maisernte auf 97 Mio. t, die Maisernte Argentiniens von 40 Mio. t und eine große südafrikanische Maisernte von 16,4 Mio. t bessern die globale Maisbilanz weiter auf. Für China lässt sich laut der chinesischen Denkfabrik CNGOIC nach Unwetterschäden und einer Anbaueinschränkung eine Maisernte von knapp 212 Mio. t erwarten, die 3,6 % unter dem Vorjahr und 3 Mio. t unter der USDA Schätzung liegen würde.
 
An der Matif konnten der August mit einem Plus von 0,50 €/t und einem Schlusskurs von knapp 176 €/t erneut punkten. Die vordere Versorgung in Europa bleibt eng, obwohl die EU in der Vorwoche noch einmal 295.000 t Mais importierte. (St)
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