Märkte am Mittag

Weizen statt Rüben

Drei Wochen nach Beginn der Kampagne zeichnet sich in Niedersachsen eine außerordentlich gute Zuckerrübenernte ab, Beobachter gehen davon aus, dass das Ergebnis deutlich über dem Fünf-Jahres-Schnitt liegen wird. Wahrscheinlich könnten sogar die sehr guten Jahre 2011 und 2012 übertroffen werden, als jeweils rund 70 Tonnen je Hektar gerodet wurden. Auch die Zuckergehalte der bisher gerodeten Rüben liegen mit durchschnittlich 17,4 Prozent höher als zu Beginn der Kampagnen in den vergangenen Jahren. Das warme und sonnige Wetter wird dazu führen, dass die Rüben noch mehr Zucker bilden, hoffen die Landwirte. Ähnlich sieht es auch in den anderen Rübenregionen aus.

Wegen der hohen Erntemenge erwartet die Nordzucker eine lange Kampagne bis in die letzte Januarwoche. Die Landwirte erhalten für die Quotenrüben einen Mindestpreis von 26,29 €/t. Industrierüben werden zunächst mit einem Mindestpreis von 21,25 €/t berechnet. Nach der Kampagne werden weitere Zuschläge vereinbart. Wegen der hohen Erntemenge gehen Beobachter davon aus, dass die Zuschläge niedriger ausfallen werden als in den Vorjahren.

Um den Angebotsdruck zu verringern, hat die Nordzucker ihren Vertragslandwirten angeboten, Rübenmengen von diesem Jahr auf das kommende Jahr vorzutragen. Es wird erwartet, dass zahlreiche Landwirte diese Möglichkeit nutzen werden. Die Folge wäre eine Einschränkung des Zuckerrübenanbaus im Jahr 2015. In die frei werdenden Flächen würde dann in den kommenden Wochen Winterweizen gedrillt.

An der Matif kann sich Weizen weiter erholen. Der Novemberweizen wurde heute Mittag mit 156,75 €/t gehandelt und erreichte damit für diese Woche einen neuen Höchststand. Novemberraps notiert erneut schwächer und liegt mit 318,25 €/t Euro um 2 €/t unter dem gestrigen Schlusskurs. Mais legt nach den gestrigen Gewinnen eine Pause ein und gibt mit 140,50 €/t etwas nach. (SB)
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