Märkte am Morgen: Getreide

Weizen unter Währungseinfluss

Weizen: Die europäischen Weizen-Futures standen am Vortag unter dem Einfluss eines schwächeren US-Dollarkurs bzw. eines etwas festeren Eurokurses. Der März verliert erneut 1,50 €/t und schließt mit 165,50 €/t. Auch charttechnische Einflüsse dürften zum Zuge gekommen sein, denn der März brach in dieser Woche aus seiner zuvor stabilen  Tendenz aus. Analysten sehen die nächste Stützungslinie bei 165 €/t. Der Euro notiert  heute Morgen knapp unter 1,08 USD.
 
Am Hamburger Markt schlugen sich die jüngsten Kursverluste am Terminmarkt noch nicht auf die Prämiengestaltung nieder. Es werden weiterhin Kassamarkt-Prämien von 4 bzw. 5 €/t auf Matif-März genannt. Händler berichten von einem kleinen Weizenangebot. Der Markt ist aufgrund der umfangreichen Exporte aus Deutschland möglicherweise weiter geräumt, als gedacht. Erste Diskussionen über ein überschaubares Weizen-Angebot für den Export machen bereits die Runde. Zurzeit wird unter anderem an der Ostsee eine Verladung von 25.000 t deutschem Weizen für Libyen abgewickelt.
 
In Chicago profitierte Weizen vom schwächeren US-Dollarkurs und von Shorteindeckungen vor dem Monatsende. Die Notierungen zogen bis zu 6 Cent/bushel an, der März schloss mit 4,21 US-$/bushel. Die Bonitierung der US-Winterweizenbestände brachte in der Summe gegenüber der vorherigen November-Schätzung keine allzu großen Veränderungen.
 
In Russland zogen die Weizenpreise in der der Schwarzmeerregion auf 186 US-$/t fob an. Trotz des Winterwetters sind in Russland und den Ukraine weiterhin Getreide-Verladungen möglich. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2016/17 hat Russland mit 15,7 Mio. t Weizen etwas mehr als im Vorjahr exportiert. Mit nennenswerten Auswinterungen in Russland und in der Ukraine wird zurzeit nicht gerechnet.
 
Kanada gibt eine erste Ernteprognose für die kommende Weizenernte ab. Nach Einschätzung des Agrarministeriums könnte die nächste Weizenernte mit 29,1 Mio. t das Vorjahresergebnis um 2,6 Mio. t unterschreiten.
 
Mais: Der festere Chicagoer Weizen animierte auch den US-Mais zu leichten Kursgewinnen von bis zu 2 Cent/bushel. Der März schloss mit 3,60 US-$/bushel und profitierte auch von dem schwächeren US-Dollarkurs und den ansehnlichen US-Exportverladungen.
 
In Paris belastete der schwächere europäische Weizenmarkt die Stimmung. Der März verlor 1 €/t und schloss mit 169 €/t. (St)
 
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