Märkte am Morgen: Getreide

Weizen verliert im schwachen Umfeld

Weizen: In Chicago gerieten die Weizennotierungen am Vortag unter massivem Verkaufsdruck. Die Fonds lösten umfangreiche Positionen bei den Commodities auf. Dies färbte auch auf Weizen ab. Die Kurse gaben mehr als 5 US-$/t nach und zehrten die Gewinne der beiden Vortagen wieder auf.
 
Die vorbörslichen Notierungen in Chicago bewegen sich heute Morgen wieder im Plus, denn bei der Erntebereisung im Kansas hat sich der schlechte Zustand der Hard-Red-Winterweizenbestände bestätigt. Die Teilnehmer der Tour gehen für Kansas von einem Durchschnittsertrag von 33 bushel/acre aus. Danach würden die Erträge 17,5 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfallen.


Die Matif war am Maifeiertag geschlossen. Zur Wochenmitte hatten die europäischen Weizennotierungen noch von den festeren Chicagoer Vorgaben profitiert und waren 0,50 €/t für den Mai und 0,25 €/t für den November angezogen. Die Regenfälle in weiten Teilen Westeuropas, Zentraleuropas und auch der Ukraine dürften den Ausblick für die kommende europäische Weizenernte gehoben haben.
 
In dieser Woche hat die EU-Kommission 448.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen erteilt, von denen 204.000 t in Deutschland gezogen wurden. Die Lizenzziehungen summieren sich in dieser Saison bereits auf 25,1 Mio. t. Rechnet man Mehl und Durum dazu, liegen die gesamten europäischen Weizenexporte bereits bei 26,8 Mio. t. Da noch acht Wochen bis zum Ende des Wirtschaftsjahres verbleiben, dürften die vom USDA prognostizierten europäischen Weizenexporte von 29 Mio. t wahrscheinlich übertroffen werden.
 
Mais: Das schwache Umfeld und Aussichten auf trockeneres und wärmeres Wetter im Mittleren Westen brachten die Maiskurse in Chicago in die Defensive. Die Maisaussaat könnte in den kommenden Tagen große Fortschritte machen. Der Julitermin gab 4,70 US-$/t nach.

An der Matif notierte Mais zur Wochenmitte ebenfalls schwächer. Der Juni gab 0,50 €/t nach. Die Maiseinfuhren in die EU bleiben weiterhin umfangreich. Für diese Woche hat die EU-Kommission neue Importlizenzen über 420.000 t erteilt. Die Gesamtimporte in dieser Kampagne summieren sich inzwischen auf knapp 12 Mio. t. (St)
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