MARS-Report

Weizenertrag in Europa sinkt

In Süd- und Südosteuropa, insbesondere Spanien, Ungarn und Rumänien, bleiben die Entwicklungsbedingungen für die neue Getreideernte gut. Das schreibt der Prognosedienst der EU-Kommission MARS in seinem jüngsten Bericht von Montag. Dagegen war es in Polen und Teilen Ostdeutschlands zu trocken, heißt es weiter. Auch in Frankreich haben ungünstige Witterungsverhältnisse demnach Ertrag gekostet.

In der Folge senkt die Kommission im MARS-Report ihre Ertragsprognosen für die Weichweizenernte 2016 leicht. Der neue Bericht geht von 6,07 t/ha Ertrag aus, das wären 0,7 Prozent weniger als noch im Mai-Bericht geschätzt. Auch bei Wintergerste sinkt die Prognose um 0,7 Prozent auf 5,94 t/ha. Die neue Rapsernte in der EU soll mit 3,24 t/ha um 1,5 Prozent niedriger ausfallen als noch im Mai erwartet. In allen drei Fällen würden die Erträge aber noch über dem fünfjährigen Durchschnitt liegen.

Differenziertes Bild in Deutschland

Die Trockenheit im Nordosten Deutschlands und im Norden Polens halte an, heißt es weiter in dem Bericht. Auch in Schweden, Finnland und den baltischen Staaten herrschten inzwischen trockene Bedingungen. Dagegen haben Teile der Niederlande, Belgiens, Süddeutschlands und der Norden Frankreichs zu viel Regen gesehen. Dadurch habe sich der Krankheitsdruck in den Getreidebeständen verschärft.

In Deutschland ist die Lage laut MARS-Bericht differenziert zu betrachten. So haben heftige Niederschläge den Krankheitsdruck in den Wintergerste- und Winterweizenbeständen in Bayern und Baden-Württemberg erhöht. Dagegen waren Niederschläge in der Mitte Deutschlands für die Entwicklung der Feldbestände vorteilhaft. Die anhaltende Trockenheit im Nordosten, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, soll den Einschätzungen zufolge Ertrag bei Raps kosten.

Laut MARS-Prognose wird die unbeständige Wetterlage zunächst anhalten. Im Juli dürfte es vor allem im Norden Europas überdurchschnittlich warm und trocken werden. (pio)
stats