Märkte am Morgen: Getreide

Weizenkurs gibt weiter nach


Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif stehen unter anhaltendem Druck. Der September verliert mit technischen Einflüssen 3 €/t und fällt unter 160 €/t. Der November verliert 1,25 €/t und schließt knapp unter 172 €/t. Mit den Positionsbereinigungen und dem Druck auf den Frontmonat hat sich der Spread zwischen September und Dezember auf 14 €/t ausgeweitet. Der festere Eurokurs drückt zusätzlich. Am Hamburger Markt liegen die Briefkurse für Weizen 1,00 €/t über Matif-Dezember, die Geldkurse liegen 0,50 €/t darunter. Die Exporthoffnungen richten sich derzeit auf einen größeren Weizentender aus Algerien.
 
Nach den finalen Zahlen der EU-Kommission erreichten die europäischen Weizenexporte 2014/15 einen Rekordwert von 33,3 Mio. t. Der Löwenanteil davon entfiel mit 11,7 Mio. t traditionsgemäß auf Frankreich, doch auch Deutschland stellte mit 7,7 Mio. t einen neuen Exportrekord beim Weizen auf. Größter Abnehmer für den europäischen Weizen waren die nordafrikanischen Länder, allen voran Algerien mit 5,5 Mio. t.
 
In Chicago profitierten die Weizenkurse von kleineren Shortabdeckungen mit leichten Kursgewinnen. Die Spitzengewinne des Tages ließen sich jedoch nicht halten. Im südlichen US-Weizengürtel ist es wieder sehr trocken geworden und es gibt Befürchtungen über Schwierigkeiten bei der Aussaat. Auch Qualitätsprobleme beim US-Soft-Red-Winterweizen unterstützen die Kurse, denn die Exportlobby berichtet von Problemen mit zu hohen Don-Werten.
 
Russland hat in dieser Kampagne 4,5 Mio. t Getreide exportiert. Die Ausfuhren liegen 37 Prozent hinter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Als Ursache gilt die an den Rubel gekoppelte Exporte-Besteuerung.
 
Mais: Die Mais-Futures in Chicago fielen bis zu 7,6 Cent/bushel den Frontmonat September deutlich ab. Auch der Dezember verlor 6,2 Cent/bushel. Die schwächeren Rohstoff- und Finanzmärkte sowie Spekulationen über einen möglichen Abbau der chinesischen Subventionspolitik für Mais drückten auf die Kurse.
 
Das Brokerhaus FC Stone erwartet eine US-Maisernte von 341,8 Mio. t. Die Schätzung liegt zwar 5,8 Mio. t unter den USDA Zahlen des Vormonats aber über der Hochrechnung der Pro Farmer Crop-Tour.
 
An der Matif hält der Abwärtstrend Mais an. Der November verlor 2,25 €/t und schloss mit Druck aus Chicago und vom Weizen mit 166,25 €/t. (St)
stats