Märkte am Mittag

Weizenkurse auf Sinkflug


Die 200-Euro-Marke bleibt für den Mahlweizenkurs an der Matif die Obergrenze. Gegen 12 Uhr notiert der November-Kontrakt in Paris bei 199 €/t und damit 1,50 €/t unter dem Schlusskurs des Vortages. Stärker unter Druck ist heute der August-Termin für Raps an der Matif, der im Vergleich zum Schlusskurs von Freitag um 4,25 €/t im Minus bei 406,50 €/t notiert. Chicago präsentiert sich heute im gesamten Getreide- und Ölsaatenkomplex mit roten Zahlen. Grund für die Schwäche sind die von allen Beteiligten bestätigten guten Ernteaussichten in ganz Europa. 

Vereinzelte Anfragen aus Italien

Preisdruck beherrscht auch die Märkte in Süddeutschland, wenngleich der physische Handel weitgehend ruht. Die Weizennotierungen sind zuletzt auf breiter Front nochmals eingeknickt. Ganz vereinzelt gibt es zwar noch Anfragen nach Qualitätsweizen aus Italien. Es kommt aber nur selten zu erwähnenswerten Abschlüssen. Die heimischen Mühlen und teilweise auch die Kraftfutterindustrie nehmen das Weizenangebot zwar in aller Regel noch auf, doch müssen zuweilen erhebliche Differenzen zwischen Geld- und Briefkursen überwunden werden.

Diskussionen über Anschluss de Mühlen

Häufig ist der Anschlussbedarf der Verarbeiter sehr gering geworden. Andererseits wird eine Ernteverzögerung immer wahrscheinlicher. Kleinere alterntige Weizenpartien in B- und A-Qualität wurden Ende vergangener Woche, nach Aussagen des Bayerischen Müllerbundes in München, noch zu Preisen von 210 bis 225 €/t franko Verarbeitungsbetrieb verkauft. Die obere Spanne wird zu Beginn dieser Woche bestenfalls nur noch in Einzelfällen genannt.

Neue Ernte bringt Preisbruch

Landwirte versuchen nun, ihre letzten Restpartien Weizen zu veräußern, denn die Läger müssen für die kommende Ernte vorbereitet werden. Am Kassamarkt sind weiter fallende Kurse bis zur neuen Ernte keineswegs ausgeschlossen. Der Preisbruch zwischen neuer und alter Ernte läßt die Käufer sehr konsequent werden. Häufig ist schon deshalb die Enttäuschung den Landwirten bei den Preisverhandlungen ins Gesicht geschrieben. 

Aber auch hinsichtlich der neuen Ernte sind die Preismeinungen häufig eher auf Sinkflug eingestellt. Es werden ex Ernte für B-und A-Weizen mittlerweile Erzeugerpreise von 160 bis ganz vereinzelt 175 €/t netto vom Erfassungshandel genannt.  Die Bereitschaft der Landwirte, weitere Vorkontrakte abzuschließen, ist geringer geworden. Die Weizenumsätze sind kaum der Rede wert. (HH)    
stats