Märkte am Morgen: Getreide

Weizenkurse erneut im Minus

Weizen: Der Druck am europäischen Weizenmarkt hält an. An der Matif gab der Mai 1,25 €/t auf 167,25 €/t nach. Die neue Ernte schloss dagegen bei kleinen Kursveränderungen neutral. Am Hamburger Markt bewegten sich die Prämien für Weizen Basis 12 % Protein für die alte Ernte mit 2,50 bis 3,50 €/t nicht.
 
Der Weizenexport der EU verlor an Schwung. In dieser Woche wurden nach Berücksichtigung der Korrekturen der Vorwoche nur 99.000 t neue Weichweizenexporte getätigt. In der Summe liegen die bisherigen Weizenausfuhren mit 17,3 Mio. t 16 % unter dem Vorjahr. Aus Deutschland wurden nach der offiziellen Exportstatistik in dieser Kampagne 3,67 Mio. t Weizen exportiert.
 
In Chicago standen die Weizenkurse noch einmal unter Druck. Die Kursverluste waren überschaubar, der Mai schloss mit 4,21 US-$/bushel. In den bisher zu trockenen US-Plains hat es geregnet und bis Monatsende lassen sich den Wettermodellen zufolge weitere Niederschläge erwarten. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 418.500 t kamen etwas besser als erwartet herein. Für die anstehende Sommerweizenaussaat in den USA rechnen Analysten mit einem erheblichen Flächenrückgang auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten.
 
In Russland wird die diesjährige Weizenernte nach Einschätzung von SovEcon mit 62,5 Mio. t deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 73,3 Mio. t bleiben. Die gesamte Getreideernte Russland schätzt die Beratungsorganisation für dieses Jahr auf 109,5 Mio. t und etwa 3 % niedriger als im Vorjahr.
 
Mais: In Chicago gab Mais trotz ansehnlicher wöchentlichen US-Exportzahlen von 1,35 Mio. t erneut leicht nach. Die vorderen Termine verloren 2 Cent/bushel, der Mai notierte mit 3,57 US-$/bushel. Die Rabo-Bank erwartet für das vierte Quartal dieses Jahres mit einem Durchschnittspreis von 3,65 US-$/bushel in Chicago keine extremen Schwankungen bei den Maispreisen, obwohl ihre Analysten mit 91,5 Mio. acres von einer größere Maisfläche als die USDA-Prognose von 90 Mio. acres ausgehen.
 
Mais/Gerste: Die Maiskurse an der Matif schlossen mit minimalen Veränderungen und unterschiedlichem Vorzeichen neutral. Der Juni notierte mit 172 €/t. Die wöchentlichen Maisimporte der EU haben sich in dieser Woche um 135.000 t auf knapp 7,8 Mio. t erhöht und liegen 25 % hinter dem Vorjahreswert.
Der Gerstenexport aus der EU ist wieder abgeflaut. In dieser Woche wurde nur eine bescheidene Ausfuhr von 42.000 t Gerste getätigt. In der Summe liegt der Gerstenexport mit 3,7 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr 55 % hinter dem Vorjahr zurück. (St) 
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