Märkte am Morgen: Getreide

Weizenkurse im Aufwind

Weizen: Die Terminmärkte halten die feste Tendenz für Weizen. Die kräftigen Notizgewinne in Chicago färben auf die Matif ab. Der September legt in Paris 3,00 €/t zu. Der Dezember schließt leicht oberhalb von 186,00 €/t. Der schwächere Euro stützte zusätzlich. Anregungen für den europäischen Weizenmarkt kommen auch von den sich abzeichnenden kleineren Weizenernten in Europa. Neben weiten Teilen Deutschlands hat auch der nördliche Teil Frankreichs in den vergangenen Wochen kaum Niederschläge bekommen. Die Wettermodelle prognostizieren zudem zum Monatswechsel heißes und trockenes Sommerwetter im westeuropäischen Raum.
 
Am Hamburger Markt wird der neuerntiger Weizen Basis September mit Prämien von 3,00 bis 4,00 €/t auf die Matif-Dezember-Notierung gehandelt. Die Unsicherheit über die Weizenerträge lähmt die Verkaufsbereitschaft der deutschen Landwirtschaft für die neue Ernte.
 
Der entscheidende Impuls für die Weizenmärkte kommt allerdings von Chicago. Dort zogen die Kurse am Vortag 4 Prozent und bis zu 21 Cents/Bushel an. In zwei Tagen hat der Chicagoer Weizen rund 12 US-$/t zugelegt. Die verzögerte US-Winterweizenernte und sich abzeichnenden Qualitätsprobleme durch Pilzkrankheiten lösten neue Shortabdeckungen an der Börse aus.
 
Meteorologen in Australien machen zudem ein starkes El-Niño-Signal im Pazifik und ungünstige Vorzeichen für die australische Weizenernte aus. In weiten Teilen der USA könnte der El-Niño in den Sommermonaten dagegen reichliche Niederschläge bringen.
 
Mais: Die zurückgenommene Bonitierung der US-Feldbestände und Nässeprobleme gaben den Chicagoer Maisnotierungen erneut Auftrieb. Die Kurse zogen bis zu 7,6 Cents/Bushel an. Analysten rechnen einer Umfrage zufolge mit einer bis zu 2,5 Mio.  acres kleineren US-Maisfläche gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der nassen Aussaatbedingungen könnten zudem 1,1 Mio. acres Mais in den USA nicht in den Boden gekommen sein, wird gemutmaßt.  
 
Etwas bärische Signale kommen allerdings aus Brasilien. Dort hat die Regierung die Importzölle für Ethanol angehoben, um die eigene Ethanol-Produktion aus Zuckerrohr nach dem Preisverfall am Zuckermarkt zu schützen. Brasilien gilt als einer der drei großen Destinationen für die US-Ethanol- Exporteure.
 
Fester Weizen und die Chicagoer Vorgaben ließen auch die Matif-Notierungen ansteigen. In Paris legte der August 1,50 €/t auf 164,25 €/t zu. Der November der neuen Ernte notierte 2,00 €/t höher. (St)
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