Märkte am Mittag

Weizenkurse können sich leicht erholen

Auch am heutigen Dienstag bewegen sich die Kurse für Mais und Weizen an den Terminmärkten kaum. Die Bestände auf den Feldern in Norddeutschland und in Nordostdeutschland machen einen guten Eindruck. Nach den heftigen Niederschlägen in den vergangenen Tagen ist jetzt wieder sommerliches Wetter angesagt. Die Erntearbeiten bei der Gerste werden ab morgen wieder aufgenommen. Ab Montag der kommenden Woche dürfte auch die Rapsernte in Ostdeutschland beginnen.

An der Matif notiert Weizen für den September-Termin heute gegen 12.30 Uhr bei 194,50 €/t um 1,00 €/t höher. Bei der Rapssaat notiert der Monat August 2015 bei 392,25 €/t gegenüber dem gestrigen Montag auf einem um 0,75 €/t höherem Niveau.

Der jüngste Bericht des US-Agrarministeriums hat keine allzu große Wirkung auf die Märkte, da dieser keine neuen Impulse erhielt. Die US-Weizenernte prognostiziert das Ministerium auf 58,5 Mio. t (Vorjahr 55,3 Mio. t); die Endbestände wurden um eine Mio. t angehoben. Das USDA schätzt die EU-Weizenernte jetzt auf 147,8 Mio. und damit 2,8 Mio. t weniger als im Juni. Die Schätzungen entsprechen den Erwartungen der Marktteilnehmer. Am Kassamarkt bleiben die Konsumenten gelassen, da die Prämien niedrig sind. Interesse wird noch vereinzelt für Ware alte Ernte geäußert. Die Erzeuger wollen erst einmal ihre Qualitäten prüfen. Sie sehen bei den immer noch hohen Kursen keinen Handlungsbedarf.

Die Ernte bei der Gerste erreicht  bisher gute Ergebnisse und hohe Erträge.  Der Kassamarkt ist ruhig. Es sind so gut wie keine Vermarktungsaktivitäten festzustellen. Wichtig ist nach Ansicht einiger Hamburger Exporthändler, eine gute Qualität, d.h. beim Weizen hohe Proteinwerte und ausreichende Fallzahlen zu ernten. Diese Ware lässt sich auch in 2015/16 bei hohen Ernten z.B. in den Iran gut vermarkten. Beim Futtergetreide ist nach Ansicht von Hamburger Händlern erst einmal kein Preisauftrieb in Sicht.
 
Leicht schwächer starten die Rapssaatnotierungen in Paris die Woche. Damit überwiegt wieder der Einfluss der Notierungen aus Chicago.  Die Ertragsaussichten in Deutschland und Europa bleiben gedrückt und stützen das Preisniveau. Die Warenterminmärkte werden zurzeit überwiegend von Wettermeldungen beeinflusst. Mal ist es zu feucht in den USA, mal zu trocken in Kanada. Der USDA-Bericht konnte kurzfristig die Soja-Kurse nach oben treiben. Die Ernteschätzungen für Südamerika blieben mehr oder weniger unverändert. In Süddeutschland hat die Rapsernte auf leichten Standorten begonnen. Die bisher eingefahrenen Erträge liegen mit 3,5 t/ha etwas unter Vorjahr. Trotz anziehender Preise am Kassamarkt überwiegt eine Verkaufszurückhaltung. (Ps)
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