Märkte am Morgen: Getreide

Weizenkurse ziehen weiter an

Weizen: Die feste Stimmung an den Weizenmärkten setzt sich fort. Die Matif legt für den Januarkontrakt 3,75 €/t zu und erhält treibende Impulse von der Chicagoer Börse. Dort zogen die Kurse mehr als 15 Cent/bushel auf den vorderen Terminen an.
 
Die unmittelbaren Einflüsse resultierten aus technischen Käufen in Chicago und Befürchtungen über Auswinterungsschäden aufgrund des harten Wintereinbruchs in den nördlichen US-Plains. Erst zum Wochenende sollen die Temperaturen dort etwas steigen.
 
Vordergründig bekommen die Weizenkurse zudem Unterstützung von der kleineren Weizenernte in Australien. Für Western Australia, dem Kerngebiet des australischen Weizenanbaus, bewegen sich die Schätzungen für die laufende Weizenernte bei 12,8 Mio. t - ein Minus von 3 Mio. t gegenüber dem Vorjahr. Im Südosten des Kontinents soll Regen die Qualitäten der Weizenernte beeinträchtigen.
 
In fundamentaler Hinsicht dürften aber vor allem die Erwartungen an die kommenden Weizenernten für die festere Stimmung sorgen. Die Analysten von SoftEcon erwarten im kommenden Jahr nur noch eine russische Getreideernte von 86 Mio. t, die damit etwa 14 Mio. t kleiner als in diesem Jahr ausfallen würde. Spekulationen über mögliche russische Exportrestriktionen machen bereits die Runde. Beamte im russischen Agrarministerium sehen derzeit aber noch keine Notwendigkeit solche Maßnahmen, wollen aber temporäre Eingriffe im kommenden Jahr nicht ausschließen. Auf der anderen Seite könnte der im Zuge des Rohöl-Preisverfalls sehr schwache russische Rubel aus Devisengründen für aggressive Getreideimporte sorgen, mutmaßen Analysten.
 
Mais: In Chicago gab Mais wieder etwas nach, beendete die Woche aber mit einem leichten Plus. Gewinnmitnahmen und schwache Sojaschrotnotierungen drückten auf die Kurse. Die besser als erwarteten US-Exportzahlen von 945.000 t Mais sowie die gute Nachfrage der Ethanolindustrie bremsten die Tagesschwäche ab.
In Brasilien erwartet das Handelshaus Safras & Mercado einen Rückgang der brasilianischen Maisanbaufläche um 6,2 Prozent für die kommende Ernte.
 
In Paris profitierten die Maisnotierungen vom den festen Weizenpreis. Der Januar legt 1,25 €/t zu und konnte sich auf 152,25 €/t hocharbeiten. (St)
stats