Märkte am Mittag

Weizenpreis lässt Federn

Markttendenz
Marktbeoabchter sehen weiterhin noch Luft nach unten bei den Preisen für Weizen aus der alten Ernte. Der Mai-Termin an der Matif hat ihren Einschätzungen zufolge noch Rückschlagpotenzial bis auf 148 €/t und darunter.
Die Weizenkurse an der Matif in Paris legen am Donnerstagmittag den Rückwärtsgang ein. Rund um die Marke von 154 €/t pendelt der Frontmonat Mai, und verliert zwischen 1 und 1,25 €/t gegenüber dem Vortag. Der neuerntige September-Termin verliert 1,50 €/t und wird mit 161,50 €/t bewertet. Marktteilnehmer sehen in dem Kursrückgang eine Korrektur gegenüber den fester laufenden Notierungen der beiden Vortage.

Am deutschen Kassamarkt für Getreide bewegt sich derzeit wenig. Bei Weizen findet die Abwicklung von alten Exportkontrakten sowie Geschäften mit hiesigen Verarbeitern statt, Neugeschäft ist derzeit so gut wie nicht vorhanden, berichten Marktteilnehmer aus dem Nordwesten. Mitte der Woche soll Weizen Richtung Export gelaufen sein zu fob-Preisen von 185 US-$/t, was Marktteilnehmern zufolge in etwa dem Preisniveau von russischer Ware entspricht. B-Weizen, franko Hamburg, Basis April wird mit 157 €/t bewertet, also mit einer Prämie von 3 €/t auf den Matif-Weizen. Damit ist die Prämie gegenüber den vorangegangenen Tagen etwas abgeschmolzen.

Zu teuer im Vergleich zu Schwarzmeer-Ware

Die neue Ernte ist derzeit kaum Thema. Für Exportgeschäfte seien deutscher Weizen und deutsche Gerste aktuell zu teuer, um im Wettbewerb mit Schwarzmeer-Ware zu bestehen, heißt es aus dem Handel. Landwirte sollen derzeit ebenfalls kaum Interesse an neuerntigen Kontrakten haben.

Unterdessen berichten Exporteure von Nachfrage nach deutschem E-Weizen aus Italien. Allerdings reagieren Abgeber hierzulande verhalten auf diese Nachfrage, da ihnen das Preisniveau zu niedrig ist. Franko italienischer Mühle liegen die Preise bei circa 218 bis 220 €/t, zurückgerechnet auf Niveaus ab Station wären das etwa 160 €/t für sortenreinen E-Weizen. „Erzeuger wollen locker 10 Euro mehr sehen“, berichtet ein Marktteilnehmer. Dabei hält er das Preisniveau angesichts der schwierigen Kleberqualitäten der deutschen Ernte 2015 für angemessen. Händler raten Erzeugern daher davon ab, bei einer Überlagerung der Ernte 2015 die alterntigen Partien mit Ware aus der neuen Ernte zu vermischen.

Rapskurs tendiert freundlich

Die Rapskurse an der Pariser Börse tendieren derweil weiter freundlich. Der Frontmonat Mai gewinnt 0,75 €/t gegenüber dem Vortag und liegt gegen Mittag bei 170,50 €/t. Der folgende August-Future legt 1 €/t zu auf 361,50 €/t. (pio)
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