Markttendenz

Die Weizenpreise tendieren mit problematischen Ernte-Qualitäten und Vorgaben vom Terminmarkt fester. Raps profitiert von der kleineren europäischen Rapsernte und festen Ölsaatennotierungen. 

Die Weizenernte im Westen lässt erhebliche Probleme bei Qualitäten und Vermarktung erwarten. Die übers Wochenende geernteten Partien weisen größtenteils Qualitätsprobleme auf. Da die Wettervorhersagen für die nächsten Tage wieder Regen prognostizieren, besteht  wenig Hoffnung, auf bessere Qualitäten für die späten Sorten und Standorten. Die Fallzahlen befinden sich bereits häufig im kritischen Bereich. Pessimistische Schätzungen gehen davon aus, dass das Rheinland nur 30 Prozent mühlenfähige Weizenqualitäten bringen könnte. Im westfälischen Raum sieht es auf den späteren Standort noch nicht ganz so dramatisch aus.
 
Aus der Ernte heraus wird kein Weizen offeriert. Selbst die Belieferung der Mühlen mit bestehenden Kontrakten verläuft schleppend und äußerst zäh. Wie sich die schwächeren Weizenqualitäten in die Liefer-Kontrakte einbinden lassen, ist derzeit das große Fragezeichen. Die Mühlen wollen erst einmal auf die vereinbarten Kontraktbedingungen bestehen. Physische Umsätze finden am westdeutschen Weizenmarkt so gut wie nicht statt. Die Weizenpreise lassen sich daher kaum greifen. Ex Ernte werden Prämien von ‚even‘ bis 1 €/t über Matif-September kolportiert. Daraus ließe sich franko Niederrhein ein nomineller Preis von 167 bis 168 €/t ableiten. Für den September/Dezember liegen die Quotierungen 3 bis 4 €/t über Matif-Dezember und bei einem nominellen Kassa-Preis von 173 bis 175 €/t am Niederrhein. Für Westfalen werden ähnliche bis 2 €/t höhere Preise als an der Rheinschiene quotiert.
 
Das Futterweizen Angebot aus der Ernte bleibt noch immer überschaubar. In den Veredlungsregionen Südoldenburgs und Westfalens sowie im südlichen Holland wurde noch etwas vorderer Futterweizen gesucht. Hierfür werden 165 bis 166 €/t angelegt. Für September/Dezember wurde Futterweizen franko Südoldenburg/Westfalen mit 169 €/t offeriert, Geldkurse hierfür fehlten. Die Käufer setzen mit der schwachen Weizenernte auf rückläufige Futterweizenpreise auf Termin.
 
Am Terminmarkt ziehen Weizen und Raps heute an. An der Matif notierte der Weizen-Future für September am späten Mittag nach kleineren Kursgewinnen mit 167,50 €/t und der September mit 170,50 €/t. Die Rapspreise in Paris befinden sich mithilfe des festeren Sojakomplexes und im Zuge der kleineren europäischen Rapsernte weiter im Aufwind. Nach einem Plus von 3,50 €/t notierte die Matif den November-Termin knapp unter 370 €/t. (St) 
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