Vermarktung

Weizenqualität ist „beispiellos“

Weizenerfasser müssen umdenken
-- , Foto: Arvalis
Weizenerfasser müssen umdenken

Erstmals seit Wochen gibt es eine positive Nachricht zur französischen Weichweizenernte. Die Analysten von Offre et Demande Agricole (ODA) berichten aus ihrem Netzwerk über erste Qualitätsergebnisse. Im Südwesten und Westen Frankreichs, wo allerdings nicht das Gros des Weizens wächst, sind Standardqualitäten eingebracht worden. Diese Ware entspricht hinsichtlich Proteingehalt und spezifischem Gewicht den Ansprüchen internationaler Kunden und könnten problemlos über den Hafen von Rouen verschifft werden.

Zum Teil „abnorm hohe“ Proteinwerte

Als „beispiellos“ bezeichnen die Analysten dagegen die Qualität des Weichweizens, der in den französischen Hauptanbaugebieten im Nordosten gedroschen worden ist. Zu den von den Landwirten beklagten sehr niedrigen Hektolitergewichten kommen, so ODA, zum Teil „abnorm hohe“ Proteinwerte. Es sehe so aus, als seien die beiden Merkmale negativ korreliert – also je niedriger die hl-Werte, desto mehr Eiweiß, berichten die Analysten aus Paris weiter. „Damit stellt sich die Frage, wie sich dieser Weizen am besten für die verschiedenen Branchen vermarkten lässt.“ Denn Protein ist durchaus gesucht, um eiweißarme Partien aufzumischen. Das geringe Hektolitergewicht vermindert jedoch die Ausbeute. Näheren Aufschluss verspricht sich ODA, wenn repräsentative Analyseergebnisse vorliegen und die Verarbeiter ihre angepassten Spezifikationen bekannt geben.

Russland erntet weniger hohe Backqualität

Für proteinreichen Weizen wachsen auch deswegen die Absatzchancen, weil aus Russland Informationen kommen, dass dort deutlich weniger Brotweizenanteile geerntet werden als im Vorjahr. Die Moskauer Analysten von APK-Inform berichten, dass Weizen der Klasse 3 nicht ausreichend im Angebot ist und die Preise für diese hochwertige Backqualität ansteigen. Zwei Gründe lassen die Proteinwerte sinken. Zum einen zeichnet sich in Russland eine Rekordweizenmenge ab, die zur Proteinverdünnung führt. Außerdem berichtet APK-Inform, dass in vielen Regionen im Westen Russlands Regen die Ernte verzögert und das Eiweiß auswäscht. (db)
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