Märkte am Mittag

Wenig Neugeschäft im Export

An der Pariser Börse setzt sich die freundliche Markttendenz für Weizen fort. Gegen 12:30 Uhr heute liegt der März-Kontrakt an der Matif zwischen 1,75 €/t und 2 €/t im Plus und notiert bei 190,50 bis 190,75 €/t. Der Mai-Future läuft 1,75 €/t fester als am Vortag mit 191,75 €/t. Rapssaat zum Termin Mai bewegt sich bei 357 €/t seitwärts. In Chicago mischen sich auch rote Vorzeichen unter die Preise für Agrar-Futures, doch insgesamt betrachtet zeigen die Getreide- und Ölsaatenpreise dort wenig Veränderung.

Das Handelsgeschehen am deutschen Markt bezeichnen Gesprächspartner aus dem Norden und Nordwesten weiterhin als ruhig. Das liegt auf der einen Seite daran, dass in den westlichen und südlichen Bundesländern je nach Region Karneval beziehungsweise Fasching gefeiert wird. Die Festivitäten lenken dortige Händler, Erzeuger und Makler von der Getreidevermarktung ab. Auf der anderen Seite beschreiben norddeutsche Marktteilnehmer die Abgabebereitschaft der Erzeuger als gering, da das Preisniveau für Weizen aktuell noch nicht attraktiv genug sei. Auch der Handel habe ein „recht ausgeglichenes Buch“, heißt es.

Kaum Abgeber für 11,5er-Weizen

Die Abwicklung von Exportgeschäften laufe weiterhin, heißt es von den Hafenplätzen im Nordosten. Doch Neugeschäft sei keinesfalls als drängend zu bezeichnen. Für B-Weizen mit 11,5 Prozent Protein franko Hamburg kann man aktuell eine Prämie von 4 €/t auf den Matif-März-Kontrakt erzielen. Doch für diese Ware gibt es keine Verkäufer. „Es gibt eher Abgeber für 12er-Ware und besser, doch dafür gibt es momentan keinen Markt“, sagt ein Marktteilnehmer zu agrarzeitung.de.

Unterstützung bekommen die Weizenpreise aktuell auch von politischer Seite. So bröckelt der in der Ukraine vereinbarte Waffenstillstand Medienberichten zufolge bereits. Auch blockiert die neue griechische Regierung weiterhin eine Kompromisslösung mit ihren Schuldnern, was Spekulationen über den „Grexit“ – den Austritt Griechenlands aus der Eurozone – anheizt.

Von fundamentaler Seite bekommt der Weizenmarkt Unterstützung durch eine Prognose des russischen Analystenhauses Sovecon, derzufolge Russland trotz der Exportsteuer auf Weizen von Februar bis Juni 2 Mio. t Weizen ausführen wird, um bereits geschlossene Verträge zu erfüllen. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 sieht Sovecon die Weizenexporte bei 21 Mio. t, das USDA geht aktuell von 20 Mio. t aus.

Am Kassamarkt rechnen Marktteilnehmer vorerst nicht mit deutlichen Preissprüngen. Geschäfte auf die neue Ernte gibt es derzeit kaum. Hier herrscht Marktteilnehmern zufolge auch Unsicherheit darüber, wie sich das Handelsinteresse ab dem Spätsommer auf die beiden Weizen-Futures verteilen wird, die die Matif dann aller Voraussicht nach gleichzeitig anbieten wird. (pio)
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