Märkte am Morgen: Ölsaaten

Wettermarkt treibt Soja hoch

Sojakomplex: Wettermärkte bestimmten die Sojanotierungen in Chicago. Die Sojabohne legte auf den späteren Termine bis zu 19 Cents/Bushel und mehr zu und steigt auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Die Sojaschrotnotierungen schießen bis zu 11,6 US-$/short-ton in die Höhe. Das Wetter in Mittleren Westen ist zu nass, viele Sojabohnenfelder sind überschwemmt und die Aussaat kommt nur zögerlich voran. Am Wochenanfang waren erst 90 Prozent der Bohnen im Boden. Besonders drastisch sieht es in Missouri aus, wo bisher nur etwa die Hälfte der planten Sojabohnenfläche bestellt werden konnte.
 
Die kommenden Tage bleibt es laut der Wettermodellen in weiten Teilen des Mittelwestens wechselhaft und nass. Die wöchentliche Crop-Bonitierung der US-Sojabohnenbestände wurde nachbörslich erwartungsgemäß um 2 Prozent in den Kategorien ‚gut bis exzellent‘ nach unten korrigiert. 65 Prozent der US-Sojabohnenfelder sehen allerdings noch ordentlich aus. Kurzfristig unterstützte auch ein aufflammender Streik der Hafenarbeiter in argentinischen Rosario den Sojamarkt.  
 
Raps: Die Matif regiert auf die Chicagoer Rally nur verhalten. Die Notizgewinne hielten sich mit maximal 2 €/t für den August in Grenzen. Die Börsenaktivitäten waren erneut lebhaft.
 
Anders dagegen in Winnipeg. Dort setzte sich der stramme Anstieg des Vortags fort. Der Novemberkurs für Canola schießt knapp 13 Can-$/t nach oben. Käufe der Anleger und der kommerziellen Marktteilnehmer heizten die Stimmung an. In westlichen Kanada und den Prärieprovinzen ist es weiterhin zu trocken und fehlende Niederschläge lassen Ertragsdepressionen befürchten.
 
Rohöl: Nach einer wechselhaften Sitzung konnten sich die Kurse fangen. Brent Crudeöl schließt mit einem leichten Plus von 0,32 US-$/Barrel. Unterschwellig gab es etwas Unterstützung von den festeren Aktienmärkten im Zuge einer möglichen Lösung der Griechenland-Krise. In den USA wurden in der Vorwoche zwar vier Bohrungen stillgelegt, dennoch produzierte die USA Anfang Juni täglich 9,6 Mio. t Rohöl und die höchste Menge seit 43 Jahren. Die Analysten der Commerzbank rechnen in kommenden Monaten allerdings mit einem Produktionsrückgang und einer Erholung der Rohölpreise. (St) 
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