Märkte am Mittag

Winter lässt Markt kalt

Der Weizenkurs an der Pariser Börse bewegt sich zur Wochenmitte seitwärts. Mahlweizen zum Termin März wird am Mittwochmittag mit 171 €/t bewertet, das sind 0,25 €/t mehr als am Vortag. Der Rapskurs in Paris dreht zu dem Zeitpunkt in den roten Bereich. Zum Termin Februar wird Rapssaat mit 372,50 €/t bewertet, das sind 0,75 €/t weniger als am Dienstag.

Frische Impulse gibt es am Getreidemarkt wenig. Die Geschäfte sind ruhig, da einige Marktteilnehmer nach den Feiertagen noch im Urlaub sind, beziehungsweise aufgrund des Feiertags Heilige Drei Könige in Süddeutschland derzeit nicht am Markt sind. Ab der zweiten Januarhälfte rechnen Marktteilnehmer im Norden mit verstärktem Verkaufsdruck, vor allem am Weizenmarkt. B-Weizen, franko Hamburg, Basis Januar, wird auf demselben Niveau wie der Matif-März-Future bewertet. Gerste, franko Hamburg, im Januar, liegt bei 156 €/t.

Der Wintereinbruch in Nord- und Nordostdeutschland wird von Marktteilnehmern gelassen beurteilt. „Es liegt Schnee. Außerdem haben wir nicht mal 10 Grad unter null in Deutschland“, heißt es von einem nordwestdeutschen Marktteilnehmer. Im Norden lässt Händler der Wintereinbruch ebenfalls kalt: „Nur Leute, die eine große Long-Position haben, wollen daraus ein Thema machen“, heißt es. Auch Richtung polnischer Grenze zeigen sich Marktteilnehmer dem Vernehmen nach noch gelassen.

Ölpreis auf 11,5-Jahrestief

Teilnehmer am Rapsmarkt beunruhigt unterdessen der Fall der Rohölpreise. Der Brentölpreis ist am Morgen auf ein 11,5-Jahrestief von weniger als 36 US-$ je Barrel gesunken, berichten die Analysten der Commerzbank. „Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran werden von der Mehrheit der Marktteilnehmer negativ für den Ölpreis gesehen, weil dadurch eine gemeinsame Linie der Opec-Staaten zum Abbau des Überangebots unwahrscheinlich wird“, schreiben die Beobachter weiter.

„Das hat auch Auswirkungen auf den Rapspreis“, sagt ein Makler zu agrarzeitung.de. Da der Rapspreis franko westdeutsche Mühlen unter 380 €/t gefallen sei, lassen sich nur schwer Abgeber finden. Verkäufer wollten mindestens 384 €/t sehen, bevor sich Abgabebereitschaft einstelle. Allerdings sind die Mühlen derzeit nicht drängend am Markt. Eher noch würden Erfassungshändler das niedrige Prämienniveau nutzen wollen. (pio)
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