Die Gerstenernte ist gestartet. Die Erträge sind durchschnittlich
-- , Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio
Die Gerstenernte ist gestartet. Die Erträge sind durchschnittlich

Der Mahlweizen-Future ‚No 2‘ an der Pariser Matif überwindet eine psychologisch wichtige Marke. In der Spitze notierte der Kontrakt ‚No 2‘ für den Fronttermin September bis zum späten Nachmittag bei rund 207 €/t - und damit deutlich über der unlängst weit in die Ferne gerückten 200-Euro-Marke. Meldungen über Trockenheit in Frankreich und Kanada, die eine schmalere Ernte befürchten lassen, lösen zum einen die Rally aus. Zum anderen setzen vermehrt wieder institutionelle Anleger auf steigende Preise.

Stärkster Anstieg bei US-Weizen

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA gibt der Rally bei Getreide und Ölsaaten jenseits des Atlantiks ebenfalls ordentlichen Auftrieb. Bei Mais und Sojabohnen wurden die US-Lagerbestände zum Stichtag 1. Juni deutlich niedriger gemeldet als erwartet. Zudem meldete das USDA eine stärkere Verschiebung im Anbau von Mais zu Sojabohnen - die Maisfläche fällt kleiner aus als von Marktteilnehmern prognostiziert. Bei Weizen wurden zwar sowohl eine größere Fläche als auch höhere Bestände als geschätzt gemeldet. Dennoch zog auch der Weizenpreis an der Börse in Chicago an. Innerhalb von vier Handelstagen hat sich Weizen an der CBOT damit um knapp 18 Prozent verteuert. Das entspricht dem stärksten Anstieg innerhalb eines solchen Zeitraumes seit fast fünf Jahren. Gründe hierfür die Trockenheit in der EU und Kanada. Aber auch Short-Eindeckungen und Sorgen um regenbedingte Ernte- und Qualitätseinbußen in den USA zeigten ihre Wirkung.

Gerste im Mittelmaß

In Hessen haben Landwirte derweil die erste Wintergerste gedroschen. Die Hektolitergewichte seien mit mehr als 65 kg/hl in Ordnung, heißt es aus der Region. Doch die Erträge lägen mit 4,5 bis 5 t/ha deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Westen Deutschlands weisen die ersten Gerstenpartien etwas bessere Naturalgewichte auf. Sie liegen zwischen 66 und 67 kg/hl. Die Feuchtigkeit bewegt sich zwischen 11 und 13 Prozent. Der Handel rechnet im Westen mit einer durchschnittliche Ernte. (az)
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